Nervous breakdown, here we go

Liebe verzweifelte Seelen und gebrochene Herzen,

ich bin wieder da, nach monatelanger Abwesenheit. Zugegeben: Ich habe mehrfach schon angekündigt, dass ich wieder da bin, habe mehrfahr versprochen, dass ich wieder häufiger schreiben werde und euch an meinem Leben teilhaben lasse. Die Wahrheit ist: Vermutlich bleibt das erste und letzte Beitrag, zumindest für diese Woche und diesen Monat. Wer einen Kalender zur Hand hat, weiß allerdings, dass die Woche schon morgen endet und in knapp fünf Tagen der nächste Monat anbricht – trotzdem. Für fadenscheinige Versprechungen ist keine Zeit.

Jedenfalls: Warum melde ich mich gerade jetzt zurück? Nun, da ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehe (Achtung: eventuell neige ich zur Übertreibung), muss ich mich ablenken. Und was eignet sich da besser als eine literarische Meisterleistung? Eben, genau mein Gedanke. Baldiger Zusammenbruch? Nun, das hat verschiedene Gründe, die aber vermutlich mit meiner heutigen beziehungsweise morgigen Reise nach Brasilien zusammenhängen (!!!). Aber rollen wir das Pferd von vorne, von hinten und diagonal auf , kurz: Es wird chaotisch, ich wäre also überrascht, wenn ihr mit meinen Gedankengängen Schritt halten könnt. Passend dazu bricht die Frau neben mir in der Lobby (ja, ich bin noch im Hotel) in Tränen aus – als wüsste sie, was auf sie zukommt.

giphy (2)

Ich fahre für knapp drei Wochen in Urlaub, viel mehr fliege ich sogar. Alleine diese Aussage löst eine Gänsehaut bei mir aus, was ziemlich seltsam ist, denn Urlaub ist etwas tolles (ist das so?) und ich freue mich sehr, lautstark sogar. Wirklich. Also, meine Kolleg*innen und Mitmenschen hassen mein Grinseballgesicht vermutlich schon. Tatsächlich musste ich mir noch nie Urlaub nehmen (erster Job, olé) und tatsächlich hatte ich auch nie irgendeine Verantwortung für irgendeine Wohnung (erste Wohnung, olé). Während meine Reisen vorher entweder auf ein Wochenende beschränkt oder mein Besitz im Hotel Mama gelagert waren, sieht es nun anders aus – willkommen im erwachsenen Leben. Versteht mich nicht falsch, denn natürlich ist ein Großteil meines Besitzes immer noch bei Mama (, die an diesem Wochenende umgezogen ist und sich sicherlich gefreut hat, dass sie meine Bücherkisten von A nach B fahren durfte). Trotzdem. Wer weiß denn, ob meine Pflanze in drei Wochen noch lebt, trotz Untermieter? Ihr seht, meine Gedanken sind alles andere als frei. Aber immerhin habe ich mögliche Einbrecher*innen just in diesem Moment mit meinem Verweis auf den Untermieter abgeschreckt – allzeit bereit, das kann ich.

Hinzu kommt, dass der Himmel über Frankfurt ein Trauerspiel ist – von strahlendem Sonnenschein bis dunkelgraue Regenwolken ist bisher alles dabei und der Tag hat doch eigentlich erst angefangen. Ich mag keine Flugzeuge, was überraschend scheinen mag, fliege ich doch recht häufig. Aber es bleibt dabei: Ich mag keine Flugzeuge. Noch weniger, wenn das Wetter so unberechenbar ist. Noch noch weniger, wenn es in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen Tagen zu massiven Unwetterwarnungen kam, die Deutsche Bahn deshalb (noch) unzuverlässiger war und der Flugverkehr teilweise eingestellt wurde. Aber hey, Nervenbündel kann ich.

Zu guter Letzt gibt es noch mein alltägliches Reisefieber. Wer kennt sie nicht, die Angst einen Zug oder Flug zu verpassen – auch wenn es bis Abflug noch knapp sechs Stunden sind und der Weg von Hotel zu Flughafen nur 20 Minuten dauert? Passend dazu lässt auch mein Körper, dieser wunderschöne Kadaver, mich nach und nach im Stich und hat sich pünktlich zur Reisezeit einen nervösen Magen angelacht. Als geübte Flugzeug- und Zugsitzerin habe ich mich natürlich auf alle Eventualitäten vorbereitet und auch einen hopsenden Magen antizipiert (große Wörter kann ich). Entsprechend habe ich auch Reisetabletten eingepackt. Allerdings in meinen Koffer. Ganz unten in meinen Koffer – nur weil man geübte Flugzeug- und Zugsitzerin ist, ist man also noch lange keine geübte Kofferpackerin. Und da meine Nervosität das wiederholte Ein- und Auspacken meines Koffers nicht zulässt, muss ich nun entweder auf Wein oder Schmerztabletten zurückgreifen. Oder eine abenteuerliche Kombination ausprobieren, ich Rebellin.

Um euch auch wirklich an allen noch so kleinen Einzelheiten meines Lebens teilhaben zu lassen, folgt nun eine detaillierte Beschreibung meiner Umgebung und meines Arbeitsalltages der letzten Monate. Scherz beiseite. Vermutlich werde ich demnächst schon aufbrechen, um zwischen zwei und vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein und dort alle in den Wahnsinn zu treiben. Heute fliege ich nach Amsterdam. Nach 13 Stunden Aufenthalt geht es morgen in aller Frühe (also gegen 9) wieder an den Flughafen, um nach Brasilien zu fliegen. Dort werde ich mit Schild und Auto abgeholt, fancy fancy.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum braucht es einen so unnötigen Beitrag und Einblick in mein Leben? Die Antwort ist: Warum nicht. Solange ich mich wichtig genug nehme und fühle, könnt ihr das bitteschön auch machen. Außerdem baue ich gerade Stress und Nervosität ab, das Blog ist mein Ventil. Oh und ja, die letzten Wochen hat sich auch einiges getan, aber puh. So wichtig bin ich dann doch nicht, dass ich jeden noch so kleinen Punkt meines Lebens mit der breiten Öffentlichkeit besprechen müsste.

Aus die Maus, ich bin raus (#reimenkannich). Nicht.

giphy (1)

PS: Ja, ich hatte keine Lust eigene Bilder einzupflegen. Was soll der Geiz.

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