Veni, vidi, vici – Venedig

Guten Morgen ihr Frühaufsteherinnen und Langschläferinnen,

wie unschwer zu erkennen, war ich vor kurzem in Venedig – wer nun überrascht nach Atem schnappt, folgt mir entweder nicht auf Instagram oder hat sich sehr große Mühe gegeben, der Bilderflut zu entgehen. Zwar habe ich schon in diversen sozialen Netzwerken meinen Ausflug in die sinkende Stadt ausgiebig bewundern lassen, dennoch muss ein eigener Beitrag rund um die kurze Reise her, um für noch mehr Aufruhr und Furore zu sorgen. Scherz beiseite – ich habe ganz einfach zu viele Bilder gemacht, die ich ungern auf meinem smarten Smartphone verrotten lassen möchte.

Vorab noch verschiedene Anmerkungen und Hinweise: Das ist ein Beitrag aus der Kategorie Reiseblog, aber in angenehmer und lesenswerter. Außerdem war ich nicht alleine in Venedig: Der Brasil Boy war live und in Farbe dabei, verzeiht also, dass womöglich das ein oder andere oder nur sehr beziehungslastige Fotos verwendet werden. Zu guter Letzt: Mein Lateinlehrer wäre über den Wolken, wüsste er, dass ich eine lateinische Überschrift gewählt habe. Kleines Latinum hat sich schon gelohnt, ich wusste, dass mich das noch irgendwie weiterbringt. Nicht.

Jetzt geht es los – schnallt euch an, packt die Badesachen ein, haltet euch an den Händen, aber auch Stift und Papier bereit und schaut euch entsetzt in die Augen. Nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge, nicht notwendigerweise so hysterisch und hochdramarisch wie von mir gewünscht. Jedenfalls: Der Beitrag zu Venedig startet jetzt, hochoffiziell.

Wir sind an einem Wochenende Anfang März nach Venedig aufgebrochen. Vorab schon der Tipp: Solltet ihr einen Flug um die Mittagszeit haben, esst entweder vorher oder nehmt euch etwas zu essen  mit. Ansonsten kommt ihr sehr ausgehungert am Flughafen an und müsst entweder noch knapp zwei Stunden durchhalten, bis ihr bezahlbares Essen findet – solltet ihr in Treviso landen. Oder ihr gönnt euch ein belegtes Brötchen für knapp 10€ am Flughafen. Für die ein oder andere Person mag das ein Spottpreis sein, der Brasil Boy und ich hingegen haben darauf verzichtet.

Nichtsdestotrotz haben wir uns am Flughafen über den Tisch ziehen lassen und uns ganz unbedarft Tickets für den Shuttle-Bus nach Venedig gekauft. Zwar sind wir so – laut Verkaufsargument –  schneller nach Venedig gekommen, haben dafür aber auch einen sehr stolzen Preis bezahlt, der sich außerdem weiter erhöht hat, weil wir noch Tickets für den Wasserbus, das Vaporetto, bezahlen mussten, um vom Festland nach Venedig zu kommen. Meine Empfehlung deshalb: Greift auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurück. Direkt vor dem Flughafen fährt ein Bus regelmäßig an den Hauptbahnhof in Treviso. Von dort springt ihr in einen Zug, der euch nach Santa Lucia, Venedig, bringt. Dort müsst ihr dann auf die Vaparettos zurückgreifen, um in die Stadt zu kommen. Kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr zu flauem Magen neigen bei schwankendem Boden – bringt irgendwelche Medikamente gegen Seekrankheit mit. Oh, und solltet ihr ein berühmt-berüchtigtes Bild in einer Gondel auf dem Kanal machen wollen – spart euch das Geld und investiert in eine Überfahrt auf einem Traghetto. Ihr bekommt das gleiche Foto, spart aber um die 100€.

Unsere Unterkunft in Venedig war ein extremer Glücksgriff – zugegeben, die Einrichtung war etwas veraltet, aber passend zur Stadt. Viel wichtiger ist aber, dass die Lage unseres Hotel perfekt war: Mitten im Zentrum, keine zwei Minuten vom Markusplatz. Einziges Manko wäre vielleicht, dass es keinen Aufzug, dafür aber sehr steile Treppen gab und wir im vierten Stock untergebracht waren. Das Frühstück war inklusive, was uns, bedenkt man die Preise in der Stadt, sehr entgegen gekommen ist. Ich empfehle zudem, dass ihr euch im erstbesten Supermarkt mit einer (oder mehreren) Flasche(n) Wein ausstattet und diese nicht in den kleinen Shops, die Spätkauf-Charakter haben, kauft – dort zahlt ihr für eure ausgefuchste Idee nämlich dennoch einen vergleichsweise hohen Preis für einen vergleichsweisen schlechten Wein – die Weinkennerin hat gesprochen.

Was die Verpflegung angeht: Plant Geld ein. Solltet ihr euch nur von Nudeln in Tomatensoße ernähren wollen, kommt ihr vermutlich günstig über die Runden. Solltet ihr allerdings nach Italien gekommen sein, um tatsächlich italienisches Essen und das Leben zu genießen, dann, und nun wiederhole ich mich: Plant Geld ein. Kleine Tipps, die nicht nur in Venedig, sondern weltweit hilfreich sind: Restaurants, die mit vielen Bildern und in vielen Sprachen werben, sind statistisch gesehen weniger angenehm. Sollte zudem noch eine oder mehrere Personen vor eben jenem Lokal gleichsam einer Marktschreierin die Speisen anpreisen (reimen kann ich), empfehle ich den Abgang. Aufgepasst: In den meisten Restaurants wird außerdem das Trinkgeld automatisch unter dem Posten “Service” abgerechnet.

Unbedingt essen solltet ihr Meeresfrüchte und schwarz-eingefärbten (aka mit Tintenfisch-Farbstoff aka ich weiß nicht, wie ich es besser sagen kann und sollte) Reis oder Spaghetti. Sieht cool aus, schmeckt sogar. Außerdem habe ich Cicchetti lieben gelernt, kleine “Brote” mit unterschiedlichen Belägen. Hier kann man zuschlagen, vor allem, weil euch die Preise himmlisch erscheinen werden.  Mein persönlicher Favorit war der friitierte Mozarella mit eingebackenem Proscuitto – verzeiht meinem einfachem Gaumen. Wir haben außerdem eine Spezialität Venedigs verdrückt, die sich Sarde in Saor, Sardinen in Salz, nennt. Nicht mein Fall, weil zu fischig, aber der Brasil Boy war begeistert. Vom Eis und den Desserts werde ich nicht anfangen, denn dann wird es sehr schwierig sein, wieder zu stoppen.

Einen Vortrag über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erspare ich euch, denn wofür sonst gibt es etwaige Suchmaschinen und Reiseführer? Aus diesem Grund möchte ich euch ein oder zwei Dinge, gleichsam Geheimtipps, mit auf den Weg geben, die mich persönlich am glücklichsten gemacht haben:

  1. Tagesausflug nach Murano und Burano_ Ich weiß, ich weiß, ich kündige erst Tipps an, die sich nicht in Reiseführern finden lassen und schlage dann sofort die zwei Inseln vor, die überall auftauchen. Aber beide Inseln sind einfach so schön – und das ganz unabhängig von dem kitschigen Murano-Glas. Übrigens: Ein Besuch in einer Glasbrennerei auf Murano lohnt sich definitv nicht.
  2. Ausflug nach Lido_ Neben kleinen Straßen und viel Wasser hat Venedig außerdem auch einen Strand zu bieten. Es war zwar unglaublich windig und an Baden war nicht zu denken, aber der Strand war ziemlich süß – und weil die Strandanlage komplett leer war, wegen Renovierung, hatte es den Charakter von verlassenem Freizeitpark – was ich einem vollen Freizeitpark immer vorziehe.
  3. Fondaco dei Tedeschi_ ist ein Einkaufszentrum. Nach Venedig, um sich in einem Kaufhaus rumzutreiben? Selbstverständlich nicht. Das Kaufhaus hat eine Dachterrasse mit Blick über einen Großteil der Stadt – und das ganze kostet nichts. Außerdem gibt es um die Ecke eine Eisdiele mit einer Pistazien-Schoko-Haselnuss-Sorte, die einfach nur zum niederknien ist. Es lohnt sich also, vorausgesetzt man findet die Eisdiele.
  4. Libreria Acqua Alta_ ist der schönste Buchladen der Welt – diesen Titel hat der Laden nicht nur in sämtlichen Online-Foren erhalten, sondern sich auch kuzerhand selbst verliehen. Unbedingt die Regalreihen durchstöbern und im Hinterhof die Treppe bewundern, die aus alten Büchern gebaut wurde. Recycling kann Venedig.

Natürlich haben wir um einiges mehr gesehen, aber wie schon gesagt: Es braucht niemand den hundertsten Beitrag über die Sehenswürdigkeiten in Venedig.

Fazit 

Ich liebe Venedig und ich liebe auch, dass ich die sinkende Stadt mit dem Brasil Boy erkunden konnte – tatsächlich machen Reisen mit der richtigen Gesellschaft um einiges mehr Spaß. Außerdem macht der Brasil Boy gute bis tolle Fotos, insgesamt also eine angenehme Reisebegleitung. Es war ein Geniestreich, dass wir im März nach Italien gereist sind (, auch wenn wir das eigentlich nur aufgrund der billigen Flugtickets gemacht hatten): Die Stadt war vergleichsweise leer. Zwar waren schon sehr viele Touristinnen da, aber noch konnte man sich ohne Probleme durch die Stadt lavieren. Das Wetter hat übrigens auch mitgemacht – Sonnenbrand und Sommersprossen olé!

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