Stock und Stein: 2016

Hello again und willkommen zurück (wieder einmal),

ich versuche gar nicht erst meine zweimonatige Pause zu erklären. Seien wir doch ehrlich: Es war sicherlich nicht überraschend, dass mein Blog (wieder einmal) im Alltag untergeht – immerhin waren die Einträge schon vor meinem Abtauchen in den literarischen Limbus eine Rarität. Aber wie heißt es so schön: Willst du gelten, mach dich selten. Nicht, dass sich irgendeine lebende oder tote Person jemals an diesen Spruch gehalten hätte. Oder dieser Spruch in irgendeinem Jahrhundert jemals funktioniert hätte. Dranbleiben ist die Devise. Jedenfalls bin ich wieder zurück, wieder einmal mit viel zu vielen Plänen und Versprechen, die ich wahrscheinlich schon in der nächsten Woche über den Haufen werfe und breche. Aber da es immer noch mein Blog ist, sind es auch immer noch meine Regeln.Das betrifft übrigens auch die Rechtschreibung und Kommasetzung.

Nichtsdestotrotz ist neben meiner großspurigen Einleitung auch ein Beitrag geplant. Nicht nur irgendein Beitrag, sondern ein sogenannter Jahresrückblick, viel mehr sogar eine analytische Evaluierung des vergangenen Jahres. Jede*r Blogger*in, die*der was auf sich hält, hat einen Jahresrückblick veröffentlich. Da darf ich natürlich nicht fehlen – immerhin zähle ich mich trotz oder gerade wegen meiner zwei bis drei Veröffentlichungen pro Jahr zu eben jener, sich rapide vermehrenden, Gruppe (Achtung: Übertreibung). Ein Jahresrückblick im Februar? Aber sicher. Ende Dezember und Anfang Januar ist für Anfänger*innen – die wahren Könner*innen lassen sich Zeit, um das vergangene Jahr, mit allen Ecken und Kanten, zu analysieren. Außerdem hatte ich vorher schlichtweg keine Lust – aus der Reihe tanzen, zumindest ab und zu, macht mehr Spaß.

“There are far better things ahead than any we leave behind” (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Neu ist immer besser.)

2016 war gut – das ist die Kurzfassung und jede*r, die*der bis hierhin durchgehalten hat und keinen Schritt weitergehen kann, sollte nun abbrechen oder eine Pause einlegen. Der Beiträg wird nicht kürzer oder spannender, im Gegenteil. Für die mutigen Leser*innen geht es nach einer kurzen Werbepause weiter – Scherz beiseite, noch habe ich meine Seele nicht verkauft.

All die tollen Blogger*innen, denen ich ganz geheim folge, haben neue Formate ausprobiert, um ihre Leserschaft auch während ihres Jahresrückblicks bei Laune zu halten. Der Inhalt war bei allen gleich: Auf der Weltbühne ist es 2016 gelaufen, rückwärts und bergab, voll auf die Wand zu, mit viel Schmackes und Karacho – bei mir privat aber nicht. Ich schließe mich ungern dem allgemeinen Kanon an, aber nach langwieriger Analyse komme ich zu einem ähnlichen Schluss. Ich versuche mich dennoch kurz zu fassen und probiere mich – Heldin, die ich bin, – an einem neuen Format. #mitlaufenkannich

2016 war gut, weil …

  • ich meinen Masterabschluss mehr oder minder stilvoll über die Bühne gebracht habe – ich habe ein Zeugnis, das bei ungläubigen Rückfragen als Beweiststück dient.
  • ich einen Arbeitsplatz gefunden habe, den ich sogar mag. Mit Kolleg*innen, die ich sogar mag. In einem Büro mit Kaffeemaschine.
  • der Brasil Boy nach Deutschland gezogen ist und uns endlich keine Zeitzone mehr trennt, sondern nur noch eine dreistündige Busfahrt. #kitschkannich
  • ich in meine erste eigene Wohnung in Berlin gezogen bin. Es sieht noch verwahrlost aus, es ist noch nicht alles ausgepackt (nach knapp sieben Monaten,) aber es ist meine Wohnung.
  • ich meine eigene Waschmaschin gekauft habe. Selten habe ich mich so erwachsen gefühlt, selten habe ich mich so über den Tisch ziehen lassen. Zugegeben: Jede*r Verkäufer*in, die*der mich erwischt, hat Glück – ich lasse mir alles andrehen und das mit einem Grinsen im Gesicht.

2016 war weniger angenehm, weil …

  • Donald Trump, Syrien, Alternative für Deutschland und Brexit (, die klassischen Punkte habe ich also abgedeckt, aber wer Zeitung liest, kann noch wahlweise noch andere Punkte anfügen.)
  • ich mich von viel zu vielen Freund*innen verabschieden musste, die in viel zu vielen Ecken der Welt wohnen.
  • ich meine Herzensmenschen 2016 viel zu selten gesehen habe.
  • mir das Konzept der Work-Life-Balance ein Rätsel ist. Ganz ehrlich – wie hat man*frau ein Privatleben neben der Arbeit?
  • ich doch recht häufig enttäuscht wurde: Von Ärzt*innen, von Mitmenschen, am meisten von mir selbst. Ich bilde mir gerne ein, dass ich über den Dingen stehe, vor allem, wenn Dinge aus meiner Vergangenheit mich einholen (dramatische Pause, aber Achtung: Auch mit 25 hat man*frau womöglich schon weniger angenehme Erfahrungen gemacht). Letztendlich lasse ich mich davon doch noch öfter aus der Bahn werfen als mir lieb ist.

Im Großen und Ganzen war das ein recht kurzer, aber dennoch geschmackvoller Rückblick – ziemlich oberflächlich meistens, aber man*frau möge es mir nachsehen: Immerhin liegt 2016 schon weit in der Vergangenheit und 2017 schreitet mit viel zu großen Schritten voran. Außerdem liegt in der Kürze bekanntlich die Würze. Dennoch möchte ich euch ein kurzes Fazit nicht vorenthalten: 2016 war gut. Ich habe viel erreicht, viel erlebt und viel über mich selbst gelernt. Zum Beispiel, dass ich Nudel mit Rote Beete und Sesam ziemlich gut finde – aber nicht an sieben Tagen die Woche.

Große Abschiedsworte waren noch nie meine Stärke, daher verbleibe ich mit der Drohung, dass einem Jahresrückblick üblicherweise auch ein -ausblick folgt. Macht euch gefasst, denn für 2017 ist einiges geplant. Unter anderem steht auf der Liste, dass ich weniger Zeit mit Listen machen verschwende, sondern mehr Zeit mit Listen umsetzen verbringe – philosophischer Schlussatz ist also auch geschafft.

#overandout

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