Leise rieselt der Schnee. Nicht.

Guten Abend und guten Morgen meine geliebte und noch verbliebene Leser*innenschaft,

wieder einmal muss ich meinen Blog aus der Versenkung holen, wieder einmal ist das Leben an mir vorbei gerast. Tatsächlich liegt mein letzter literarischer Erguss mehr als einen Monat zurück. Es gibt keine fadenscheinigen Entschuldigungen, keine tröstenden Worte – zugegeben: Mein Leben schafft mich. Wie ihr seht, habe ich die ominöse Work-Life-Balance (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Privatleben neben der Arbeit) nach wie vor nicht gemeistert und befinde mich in einer Dauerschleife. Aber ich will mich nicht beklagen. Oder vielleicht doch. Wow. Jetzt habe ich mich einen Moment lang doch selbst gelangweilt.

Genug also gejammert, möchte ich euch doch mein spannendes Leben nicht vorenthalten. Denn in der Tat war auch der letzte Monat ein einziges Chaos, das viel zu schnell aufgeräumt wurde. Es war toll und viel und unglaublich anstrengend. Ich kann die Weihnachtsfeiertage im kleinen und beschaulichen Kraichgau kaum erwarten. Nicht, dass die Weihnachtszeit weniger anstrengend würden – im Gegenteil. Aber wenigstens kann ich dabei Plätzchen essen und aus allen Nähten platzen.

Nichtsdestotrotz muss ich einen Blick in die Vergangenheit und meinen Kalender wagen – mein Gehirn ist ein Sieb und versteht derzeit nur noch Bahnhof. Schande auf mein Haupt. Oder mein Gehirn. Jedenfalls: Ich war mehr oder minder viel unterwegs, hatte mehr oder minder angenehme Gesellschaft und mehr oder minder ereignisreiche Stunden, Tage, Wochen und Monate. Übrigens: Während ich meine schönsten Geheimnisse und tiefsten Gedanken mit euch teile, lernt der Brasil Boy eifrig und ist ganz versunken in seine Notizen. Oder einen Text. Irgendetwas mit Biologie. Musik läuft. Das Leben ist schön. Jetzt aber Schluss mit dem Kitsch und rein in das Geschehen.

Wo soll ich nur anfangen? Chronologisch kann jede*r, daher werde ich einfach alles durcheinander werfen und sehen, was bei raus kommt. Ähnlich wie bei allem, was ich anfasse und anpacke. Pläne und Struktur könnte ich ja gerne. Vielleicht klappt es damit dann im nächsten Jahr. Was wäre das Leben ohne naive, beinahe utopische, Neujahrsvorsätze? Schon wieder abgeschweift. Aber jetzt geht es richtig los hier, eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt – sollte aus meiner aktuellen Karriere nichts werden, versuche ich es auf dem Jahrmarkt.

Es ist tatsächlich so viel passiert, dass ein klitzekleiner Beitrag gar nicht ausreicht. Vor allem dann nicht, wenn ich einen Großteil mit großspurigen Ankündigen und alten Kassenschlagern verschwende. Dennoch versuche ich mich kurz zu fassen. Scherz beiseite und rein in das Vergnügen.

Mitte November hat es mich Richtung Süden und auf die große Bühne verschlagen – auf den Webmontag nach Darmstadt. Vor knapp 400 Leuten und ganz Reichartshausen (, weil Livestream hat sich die ganze Familie vor diversen Bildschirmen versammelt) habe ich meine Arbeit vorgestellt. Unnötig zu sagen, dass ich mit meiner Leistung (und meiner Stimme und meinem Sprachfehler) ziemlich unzufrieden bin. Unnötig auch zu sagen, dass meine Familie hellauf begeistert war. Logisch, weil Familie. Diese Frechdachse sind doch tatsächlich per ungeschriebenem Gesetz dazu verpflichtet mich zu lieben.

Ach, halt stopp. Mein Ausflug nach Darmstadt ging selbstverständlich auch mit einem Besuch bei meinem liebsten Redhead einher. Im mittelgroßen, aber beschaulichen Aschaffenburg wurde ich herzlich – also mit unbeholfener Umarmung, aber angenehmen Handschlag – begrüßt. Nachdem mir in einer Nacht- und Nebelaktion die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gezeigt wurden – es soll wohl irgendwo ein Schloss stehen – haben wir uns unserem liebsten gemeinsamen Hobby hingegeben: Essen und Ross Anthony. Selbstverständlich hat auch die Stadt unsere Reunion gebührend zelebriert und, wie schon Konstanz und Kopenhagen vorher, eine 90er-Party zu unseren Ehren ausgerichtet. Leider wusste der Club nicht, dass wir die Ehrengäste sind, weswegen wir knappe zwei Stunden in der Kälte standen und den ein oder anderen Muskelkrampf gemeinsam überstanden haben. Stilvoll kann ich.

Was hat diesem grauen November sonst noch einen farbigen Anstrich verpasst? Ich war in Dresden, Sachsen, und habe die Frauenkirche gesehen. Nicht mein Fall, aber hey – Geschmäcker sind verschieden und ich bin super duper tolerant. Pretty in Pink ist trotzdem anders. Jedenfalls: Auch der Ausflug nach Dresden war nicht an reines Vergnügen gekoppelt, auch wenn ich selbstverständlich meinen Spaß hatte. Ihr kennt mein sonniges Gemüt. Ich kann selbst in einem Schlammloch einen Witz reißen oder einen Funken Hoffnung sehen (politischer Witz: Check.). Kommen wir also zur Sache. Ähnlich wie in Darmstadt habe ich auch in Dresden meine Arbeit vorgestellt und was soll ich euch sagen? Schnell wurde als größtes Problem in Sachsen der Linksextremismus identifiziert. Klappt eure Kinnladen wieder hoch und sammelt euch wieder. Das Leben hält allerhand Überraschungen bereit. Apropos Überraschungen: Gerne mal lesen und beeindruckt sein – beinahe bin ich ein Star, beinahe was Schlaues gesagt. Ironie aus.

Zu guter Letzt (versprochen!) möchte ich mich noch über meinen Trip nach Paris auslassen. Ich war in Paris. Fertig. Scherzchen.

Ich war in Paris, habe endlich meine Mannheim-Crew in die Arme geschlossen und unglaublich viel Käse gegessen. Außerdem habe ich mein erstes Eclair verspeist. Ihr seht schon, dass das Wochenende in Paris von kulinarischen Höhepunkten geprägt war. Auch die Gesellschaft war erste Sahne. Ich liebe Käse. Außerdem wurde mir bewusst, wie sehr ich meine Crew doch vermisse und vermisst habe. Es war ein unfassbar schönes und sonniges und erkenntnisreiches Wochenende – nicht zuletzt, weil wir den mehr oder minder zwielichtigen Boutiquen (ein passenderes und für den Blog geeigneteres Wort kommt mir derzeit nicht in den Sinn – immerhin lesen Kinder mit!) einen Besuch abgestattet haben. Es war toll und ich erfreue mich noch immer an den Erinnerungen und dem Käse, der meinen Kühlschrank mit verschiedenen Duftnoten bereichert und auch dem Sicherheitspersonal am Pariser Flughafen ein Lächeln (und eine gerümpfte Nase) entlocken konnte.

Ihr seht und staunt richtig: Tatsächlich wurde ich gebeten meinen Koffer zu öffnen – nachdem ich am Flughafen eskaliert bin und meinen Kleiderschrank aufgewertet habe. Wichtige Information diesbezüglich: Ich bin knapp zwei Stunden zu früh am Flughafen eingetroffen, weil ich mit Verkehr gerechnet habe – ich Dummerchen. Aus diesem Grund musste ein unerwartet langes Zeitfenster gefüllt werden. Zwar hatte ich mir noch voller Stolz auf die Schulter geklopft, weil ich nur in Käse investiert hatte – am Flughafen habe ich alle guten Vorsätze über Bord geworfen, gefolgt von meiner Würde und meiner Kreditkarte. Schön auch, dass ich im Eifer des Gefechts die Größe meines Koffers überbewertet habe. Zwar konnte ich diesen mit Ach und Krach und meinen Tetris-Skills schließen – dennoch hat mein mitleidiger Blick das Sicherheitspersonal nicht davon abgehalten meinen kleinen Koffer direkt wieder zu öffnen, alles durcheinander zu werfen und meine Verpackungskünste auf ein Neues auf die Probe zu stellen. Beruhigt euch: Käse und Koffer sind wohlauf in Berlin gelandet.

Kurzer Beitrag hat wieder einmal gut geklappt – Satz mit X, das war wohl nix. Immerhin aber habe ich den Blog mit vollem Karacho und viel zu vielen Buchstaben aus der Versenkung geholt. Das verdient Applaus. Servus Erdnuss und aus die Maus, ich bin raus. #overandout

PS: Alles Liebe zum Geburtstag, Mama. Ich hab dich lieb und vermisse dich. Sehr.

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