Herbstfarben & Novemberblues.

Guten Abend und gute Nacht ihr mehr oder minder lieben und geliebten Menschen,

die Zeit rast und ich kann kaum Schritt halten. Dennoch entschuldigt dies natürlich in keinster Weise, dass mein letzter literarischer Erguss (manche Dinge ändern sich nie – so auch meine Vorliebe für Bindestriche und altbekannte Phrasen nicht) schon wieder Stunden, Tage, Wochen und Monate zurückliegt. Vor allem dann nicht, wenn mein Leben so viel Gesprächsstoff hergibt, während ihr in der Tristesse eures grauen Alltags ertrinkt. Gerne möchte ich alles im Detail besprechen, doch dazu reicht weder meine Lust noch Zeit aus – konzentrieren wir uns also auf die Höhenflüge der Achterbahnfahrt, die mein Leben ist (Metaphern kann ich).

Das Arbeitsleben hat mich vollends in Beschlag genommen und ich stelle mir immer häufiger die Frage, wie frau neben ihrer Arbeit auch noch ein Privat- und Sozialleben haben kann und soll. Gibt es diese ominöse Work-Life-Balance (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Privatleben.) tatsächlich? Langsam, aber sicher gebe ich meine naive Annahme auf, dass ich – dank Arbeit – einen geregelteren Alltag oder mehr Zeit für private Freuden (unter anderem auch das Aktualisieren meines Blogs) habe. Dafür beschäftige ich mich viel zu sehr (und – zugegeben – auch viel zu gerne) mit beruflichen Freuden.

Doch halten wir uns nicht mit meinem Arbeitsleben auf, denn das kann die interessierte Leserinnen- und Leserschaft live (Achtung: Englisch, zu Deutsch: hautnah und topaktuell) und in Farbe auf diversen Kanälen der berühmt-berüchtigten sozialen Netzwerke verfolgen. Außerdem gibt doch mein Privatleben viel mehr Klatsch und Tratsch her. Stürzen wir uns also mitten ins Geschehen und rollen das Feld von vorne, von hinten und diagonal auf – es wird ein reinstes Chaos und mir ist das egal.

Was also ist in den Herbstmonaten im Leben der Sina Laubenstein (der Name ist Programm – Tatort, gewürzt mit romantischer Komödie und einer Brise Drama) geschehen? Hoch hinauf und tief gefallen? Ich muss leider enttäuschen. Es läuft – und das noch nicht einmal rückwärts und bergab.

Neben Glück im Spiel, scheint es auch in der Liebe ganz rund zu laufen (Phrasendrescher und Kassenschlager, die Zweite): So haben der Brasil Boy und ich unseren dreijährigen Beziehungsstatus im kleinsten, aber feinsten Kreis gefeiert. Neben opulentem Mahl (inklusive einer Weinflasche, weil wir voll erwachsen sind) haben wir zur Feier des Tages auch die Kreditkarte im Online-Shop eines mehr oder minder bekannten Möbelhauses glühen lassen – trautes Heim, Glück allein, ihr kennt das Spiel. Ich würde mal ganz fesch und frech behaupten, dass wir es all den Menschen gezeigt haben, die vor knapp drei Jahren gesagt haben, dass so etwas “nie und nimmer” funktionieren kann – kann es eben doch. #mimimimimi

Außerdem wurde ich mit einem Besuch aus der Heimat beglückt: Herzensmensch Anna-Lisa H. hat sich in die Hauptstadt bequemt, um meine Wohnung und mein Leben durcheinander zu werfen – und mich zu vernünftigeren Arbeitszeiten zu bewegen. Das Büro allerdings nach zwei Stunden aufgrund unangenehmer und altersbedingter Reaktionen auf die ein oder andere Flasche Wein (und mehr) zu verlassen, hat womöglich nicht den besten Eindruck gemacht. Andererseits schienen meine Kolleg*innen eher belustigt als besorgt und/ oder verärgert… Jedenfalls: Reisegruppe Lüth/ Laubenstein war gut zu Fuß und hat den ein oder anderen Kilometer zurückgelegt und das ein oder andere Kind angepöbelt – mit dem Alter kommt auch die Verantwortung.

Ich möchte euch gerne mit weiteren Details aus meinem nervenaufreibenden Leben füttern, aber ich habe keine Lust mehr. “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte” – halte ich zwar für ein unhaltbares Gerücht, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wille und Weg führen mich heute geradewegs in mein Bett, ihr müsst also mit meiner fotografischen Leistung vorlieb nehmen. Gerne haue ich aber noch das ein oder andere Schmankerl raus, worüber ihr euch dann gerne eure schmucken Münder und Mäulchen zerreißen könnt. Also aufgepasst, sonst könnt ihr nichts zum Dorftratsch beitragen!

Heute (oder gestern – je nachdem wann eure Äuglein über jenen Beitrag kullern) habe ich Manuela Schwesig (Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend) und Thomas de Maizière (Bundesinnenminister) auf einer Veranstaltung gesehen. Dabei habe ich auch direkt meine neuen und ganz eigenen Visitenkarten verteilt – ja, genau, darauf bin ich sogar stolz. Meine Mama übrigens auch. Wir geben damit auch beide an. Warum auch nicht? Bescheidenheit kann ja jede und jeder, Arroganz ist das Ziel (Ironie aus).

In zwei Wochen sehe ich das Redhead wieder – Verbindung von Arbeit und Vergnügen ist etwas feines. Anfang Dezember fliege ich nach Paris, um meine Mannheimerinnen endlich – ENDLICH – wieder zu sehen und in die Arme zu schließen, nur zum Vergnügen. Der Brasil Boy hat mir zwei Regale aufgebaut. Selbst ist zwar die Frau, aber der Herr darf gerne auch mal anpacken – vor allem, wenn ich auf Arbeit bin, um die Brötchen zu verdienen.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis an alle Menschen, die mir immer wieder sagen, wie “unglaublich” es ist, dass ich in Berlin arbeite und wohne: Lasst es. Es ist kein Kompliment. Ihr denkt anders? Ich führe das weiter aus: Nein.

dav

Denn was ihr sagt, viel mehr noch wie ihr es sagt, ist unglaublich beleidigend und arrogant – denn erklärt gerne mal: Wieso genau ist es “unglaublich,” dass gerade ich es nach Berlin geschafft habe? Weil ihr es nicht geschafft habt? Weil ich eine gute Zielscheibe von Spott und Witz war? Weil Brille, feste Spange und zu viele Kilos auf den Rippen, um euren gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen? Übrigens: Der gleiche überraschte Unterton ist auch in Bezug auf meine Beziehung nicht angebracht.

Es ist doch immer wieder schön, dass frau nach einem langen Tag noch einmal alte Kamellen aufwärmen kann. Oder sich darüber noch immer echauffieren kann – Kindergarten kann ich also auch noch.

Puh. Der Beitrag wurde nun doch länger als gedacht und geplant – da sich ein Großteil meiner verbliebenen Leserinnen und Leser sowieso nur den Bildern widmet und weniger den Inhalten, kann ich den Text hier auch einfach abbrechen.

#overandout

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s