Über Umwege und Ziele

Guten Morgen liebe Gefolgschaft,

in steter Regelmäßigkeit melde ich mich auf eben jenem Medium zurück, um eure tristen Leben mit meinen literarischen Ergüssen zu bereichern. So früh? So schnell? Ich bin immer wieder für eine Überraschung zu haben, ich Rebellin.

Ähnlich wie mein Wecker haben auch ich und mein Kontostand Gefallen an den frühen Morgenstunden gefunden. Darüber hinaus muss die Zeit vor Rückkehr des Brasil Boys am morgigen Mittwoch effizient genutzt werden – ich schlage also nicht zwei, nicht drei, sondern gleich Dutzende Fliegen mit einer Klappe. Aller guten Dinge sind drei? Nicht bei mir. Doch halten wir uns nicht mit Detailfragen auf, kümmern wir uns um das große Ganze.

Tatsächlich weile ich nun schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf meiner schönen Erde und bin im Galopp über Stock und über Stein den größten Katastrophen und katastrophalen Größen entkommen. Ich erspare euch die Einzelheiten, auch weil das nostalgische Schwelgen in der Vergangenheit tatsächlich albtraumhafte Tendenzen widerspiegelt. Menschen, die Schulzeiten herbeisehnen, sind mir ein Rätsel und ein Graus (was ist das für 1 Satz vong Sprache her.) Genug geschwafelt, konzentrieren wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben: mich.

Die treue Leserschaft erinnert sich womöglich, aber auch die neue Brut muss in den weiteren Ausführungen berücksichtigt werden: Wie bereits angekündigt habe ich am Wochenende eine Reise nach Tirana, Albanien, Südosteuropa, Balkanhalbinsel unternommen. Manch eine und einer mag vermuten, dass ich mein Vierteljahrhundert in der Abgeschiedenheit Albaniens betrauern oder zelebrieren wollte. Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit. Weit gefehlt: Weder Trauer noch privates Vergnügen, viel mehr die Lust an Leben und Arbeit haben mich in den Flieger nach Tirana verschlagen. Zugegeben: Mehr Arbeit, weniger Leben.

Nachdem wir (du und ich oder auch: Kollegenschweinchen auf Reisen) schon vor Wochen festgestellt haben, dass sich die Anreise in die Metropole Tirana nur über Umwege bewältigen lässt, sind wir an eben jenem verheißungsvollen Donnerstag selbstverständlich in freudiger Erwartung der nächsten sechs bis sieben Stunden in das Flugzeug in Berlin gestiegen. Um in Frankfurt umzusteigen – tatsächlich erscheint mir im Nachhinein die Busfahrt zur Maschine nach Tirana länger als der Flug von Berlin nach Frankfurt. Nach einem kurzen Flug in Lufthansas kleinster Maschine, dafür aber mit ausgezeichneter Bordküche (Ironie aus), sind wir im schmucken oder schmucklosen Flughafen der albanischen Hauptstadt gelandet.

Kaum angekommen in unserem Hotel (Einzelzimmer, zehnter Stock – nur das Beste für die Beste), haben wir Tirana zu Fuß mit den französischen Kolleginnen und Kollegen erkundet. Die Spannung steigt – oder eben auch nicht. Zwar habe ich mich am Wochenende zu einem großen Fan Albaniens und meiner Arbeit entwickelt (womöglich hat auch die albanische Küche ihr Übriges getan), aber die detaillierte Beschreibung aller Gebäude, Bäume und Straßen in und um Tirana herum sowie der sich wiederholende Tagesablauf übersteigt doch meine Lust und euer Interesse an diesem frühen Morgen. Wichtig ist, dass ich in meinem noch jungen, neuen Lebensjahr schon etwas Wichtiges gelernt habe: Raki ist böse und das Leben ist schön, zumindest manchmal.

Inzwischen bin ich wieder zurück in Berlin und dem hiesigen Alltag: Ich habe nicht nur meinen Basilikum wiederbelebt, sondern auch den Hass meiner Nachbarinnen und Nachbarn auf mich gezogen – in nur 24 Stunden. Notiz an mich: Weder in den späten Abendstunden noch um vier Uhr morgens sollte frau ihre Waschmaschine nutzen. Womöglich gilt ähnliches für den Staubsauger, validierte Studien liegen allerdings noch nicht vor. Morgen kommt mein kleiner, aber äußerst feiner Brasil Boy wieder in das dicke B oben an der Spree, um mich im Sauseschritt für die Weltstadt Jena zu verlassen.

Im Eifer des Gefechts oder aufgrund der Sturzflut an Inhalt, die sich in diesem Beitrag ergossen hat, habe ich wohl meine Arbeit ein wenig schleifen lassen. Back to business baby (Achtung: Englisch, zu Deutsch: bis 08:30 Uhr muss alles Korrektur gelesen sein) und Satz mit X, das war wohl nix – aus die Maus, ich bin raus. Huch. Bei diesem äußerst eloquenten Schlusssatz ist mir nun doch ein wenig übel geworden.

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