Aus der Versenkung.

Guten Abend und gute Nacht meine geliebten Kackbratzinnen und -bratzen, Followerinnen und Follower, Fans,

in steter Regelmäßigkeit melde ich mich – wieder einmal – aus der Versenkung zurück. Wieder einmal mit dem Versprechen diesen Blog regelmäßiger mit Leben, Liebe und Lachen zu füllen. Versuche ähnlicher Art scheiterten zuvor zwar kläglich, auch weil Leben, Liebe und Lachen meinem Wesen widerstreben, ich kleiner Trauerkloß. Aber der Wille ist da.  Und wo ein Wille ist, sollte ja auch ein Weg sein. Bergab und mit Schlaglöchern, so mag ich das. Wobei bergab ja sehr viel angenehmer ist als bergauf – mein Leben, die Talfahrt in den Abgrund.

Scherz beiseite und rein in das Chaos der bereits vergangenen Minuten, Stunden, Tage und Wochen. Tatsächlich liegt mein letzter literarischer (Achtung: Alliteration) Erguss schon weit über zwei Monate zurück. Eine Erklärung gibt es dafür nicht. Ich haue heute (Achtung: Alliteration) einzig und alleine deshalb in die Tasten, weil ich mich aufgrund tadelnder bis neugieriger bis besorgter Rückfragen dazu genötigt fühle. Oder eben weil die Aktualisierung meines Blogs meine To-Do-Liste (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Aufgabenliste) seit knapp zwei Monaten anführt. Aus Gründen ist das Original zurück, stärker und besser als jemals zuvor. Oder eben auch nicht – vorbei sind die Zeiten der idealistisch bis utopischen Versprechungen.

Woher rührt dieser Zynismus, diese Bitterkeit? Meine zweimonatige Abwesenheit wirft viele Fragen auf. Ich werde mir nicht die leiseste Mühe geben diese Fragen auch nur in irgendeiner Form zu beantworten – tough love, baby! (Achtung: Englisch, zu Deutsch: harte Liebe, Fötus!). Nichtsdestotrotz (ein Wort, das unbedingt häufiger verwendet werden sollte) möchte ich euch einige wenige Neuheiten meines Lebens nicht vorenthalten. Nehmen wir also die Zügel in die Hand und zäumen wir das Pferd (oder wahlweise Pony) von hinten auf. Oder auch nicht. Ich folge keinen Regeln, ich Rebellin.

Just in diesem Moment sitze ich auf einer Matratze in einer Wohnung, ein Glas Wein, eine Ananaspflanze, eine Packung Taschentücher sowie einen Brasil Boy in Reichweite. Erregte Blicke, schockierte Aufschreie – ihr seht richtig: Auch ich habe vor einem Weinglas kapituliert, um den Fängen des Patriarchats zu entkommen. Verdammt – falsches Publikum. Zurück zum Thema: die Versenkung, die Matratze, die Wohnung, die Ananaspflanze. Spitzt die Augen und Ohren, haltet die Tabletten bereit, warnt eure Nachbarinnen und Nachbarn, am besten warnt ihr das ganze Viertel, den Stadtteil oder wahlweise das ganze Dorf.

Ich lebe, wohne und arbeiten in Berlin. Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Alles berechtigte Fragen, die euch unter den Nägeln brennen. Gehen wir doch allen Fragen im Detail, mit Taschenlampe und Lupe bewaffnet, auf den Grund, rollen wir den roten Teppich aus und begeben uns auf den Boden der Tatsachen. Oder wir machen es einfach kurz und knackig, wie ein Apfel oder ein apfelförmiger Knackpopo.

Ich lebe in Berlin, weil ich das will. Womöglich ist auch die Tatsache, dass ich im Big Apple (Achtung: Englisch, zu Deutsch: großer Apfel – der Sinn sei mal dahin gestellt) des deutschsprachigen Raums Arbeit gefunden habe (inklusive eines total seriösen Arbeitsvertrags) nicht ganz irrelevant. Ein interessanter Erklärungsansatz, der nach weiteren Studien verlangt. Zurück zum Thema: Mir. Gedankenverloren falte ich mein Taschentuch, kratze mich am Kopf, fülle mein Weinglas auf, feiere nebenbei mein Leben. Zwar glänzt meine Nase nicht mehr nur rosarot, sondern kann den Verkehr in ganz Berlin lahm legen – nichtsdestotrotz (hach!) bin ich nicht unzufrieden. Darüber hinaus bin ich stolze Besitzerin eines Staubsaugers, einer Waschmaschine und einer Kommode, die ganz Berlin zu Fuß durchquert hat – alles, was das Herz begehrt, noch dazu im Expresswaschgang.

Siehe da: Ein Beitrag, der nicht mehr bietet als Schall, Rausch und das ein oder andere verwirrte bis bemitleidenswerte Schmunzeln, ist geschrieben. Spannende Berichterstattung, emotionale Interviews? Satz mit X, das war wohl nix (ganz spontane Eingebung, diese geschickte Satzkonstruktion). Mehr zu der weitgereisten Kommode, meinen mehr oder minder privaten Abenteuer mit und in einem unbekannten schwedischen Konzern, unserem ein-nächtigen Camping-Ausflug (ja- ich bin auch stolze Besitzerin eines Zeltes) sowie weitere Informationen zu der berühmt-berüchtigten Ananaspflanze folgen. Das ist keine Übung. Packt eure sieben Sache, macht euch auf, über Stock und über Stein, am besten über alle Berge, und versucht den Klauen der Belanglosigkeit eben jenes Blogs zu entkommen. Oder sinkt in euren Sitz zurück, rückt eure Brille zurecht, rümpft die Nase und echauffiert euch über mein arrogantes Wesen.

Wie dem auch sei – ich bin raus für heute und beobachte den Brasil Boy beim Stühle aufbauen, gieße mir dabei ganz dekadent den 1.99€ Rotwein in mein 2.99€ Weinglas und freue mich meines Lebens. So viel Optimismus. Da wird mir doch ein kleines bisschen übel.

Schlaue Abschlussworte, #overandout.

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