When in Skåne…

Meine lieben Freundinnen und Freunde der Nacht (und des Mittagsschläfchens),

heute auf der Tagesordnung steht ein Beitrag der etwas anderen Art, ganz außerhalb der Norm und meiner Komfortzone. Sollte ich jedoch mit meinem literarischen Erguss zufrieden sein, könnte sich dieses Konzept in ähnlicher Form wiederholen. Aus der Ausnahme wird quasi die Regel. Aber nur beinahe, denn noch ist jeder Beitrag ziemlich individuell und hip und wirklich cool. Oder eben auch nicht – Geschmackssache, nehme ich an.

Jedenfalls: Da ich meinen Blog (und meine verbliebenen Leserinnen und Leser) zu häufig als Tagebuch missbrauche (man bedenke nur meinen letzten Beitrag), habe ich entschieden, dass sich das ändern sollte. Keine Sorge, ich werde weiterhin meine Höhen bejubeln und Tiefen betrauern, aber ich plane für die Zukunft auch Reise- und Städtetriptipps (was ein wundervolles Wort!) zu geben. Zwar komme ich kaum rum, zu klein ist mein Geldbeutel und zu tief mein Kreditkartenlimit, aber das, was ich erlebe, teile ich gern. Ich fasse zusammen: Das geplante Format gibt es nur in limitierter Auflage. Wahrscheinlich bleibt der vorliegende Beitrag sogar der einzige Beweis meines ehrgeizigen Vorhabens.

Zurück zum Thema: Meine Zeit in Schweden neigt sich langsam, aber sicher (und dieses Mal auch endgültig – Versprochen!) dem Ende zu. Aus diesem Grund möchte ich euch gerne an meinem endlosen Erfahrungsschatz teilhaben lassen und euch einige (fünf. Es sind nur fünf.) Reiseziele in Schweden präsentieren. Okay, ja, zugegeben, nur in der Region Skåne. Und ja, es sind eher Zielchen als Ziele. Aber der Weg ist ja auch immer das Ziel. Ja, wahrscheinlich ist dieser Beitrag ein Fehler. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Nicht aus allen, aber aus manchen. Und dann wiederholt frau sie einfach nochmal und nochmal und nochmal…aber das ist eine andere Geschichte.

Um nun dem Genre der Reisereportage zu Zielen weltweit gerecht zu werden, präsentiere ich im folgenden Kurzberichte und Galerien (und meine einzigen Ausflüge) in Skåne – für den abenteuerlustigen Wanderer und die erlebnishungrige Rucksacktouristin (weder Sexismus noch sexueller Unterton ist beabsichtigt, ihr Schweinchen).

(1) Ale Stenar

Tatsächlich liegt mein Ausflug nach Ale Stenar (oder zu Ale Stenar? Ich bin unsicher.) schon ein ganzes halbes Leben zurück. Vermutlich nicht ganz so lange, aber ich muss doch recht tief in meiner Trickkiste graben.

Was genau ist also Ale Stenar und wieso lohnt sich der Ausflug (und der Marsch den Hügel rauf)? Laut Wikipedia und professionellen Reiseführern ist Ale Stenar “eine der größten erhaltenen Schiffssetzungen in Skandinavien.” Große Worte, die eigentlich nur Steine beschreiben, die in ovaler Form angeordnet sind. Zugegeben: Es hört sich nur bedingt beeindruckend an. Aber das “Stonehenge” Schwedens (ja, als das wurde es mir verkauft – zwar habe ich Stonehenge noch nie gesehen, aber ich denke, dass der Vergleich unangebracht sein könnte) ist allemal ein Ausflug wert. Außerdem liegt es auf einem Hügelchen an der Küste – Aussicht ist top. Denke ich. Es könnte allerdings ziemlich windig werden. Womöglich sitzt die Frisur also ausnahmsweise mal nicht. Weiteres Plus: Es gibt unglaublich viele Schafe. Ich mag Schafe.

(2) Ystad

Vielen mag Ystad vor allem als Stadt des Kommissars Kurt Wallander bekannt sein. Halt, stopp (,ich fühle mich gemobbt): Kurt Wallander ist eine fiktive Figur (Achtung: Alliteration) des Autors Henning Mankell. Empfehlenswerte Lektüre. Jedenfalls: Ich persönlich war davon nicht informiert – aber so ist es nun mal, also nehmt es hin.

Ich erinnere mich tatsächlich nur bedingt an meinen Aufenthalt in Ystad. Das hat weniger mit meinem Alter als vielmehr mit dem doch recht kurzen Aufenthalt dort zu tun. Nichtsdestotrotz: Ystad ist eine schmucke Kleinstadt. Soweit ich mich erinnere. Ich habe dort außerdem einen sehr guten Brownie gegessen. Und es liegt auf dem Weg zu (zum? zur?) Ale Stenar, ein Stopp sollte also drin sein. Vor allem für Kurt Wallander-Liebhaberinnen und -Liebhaber.

(3) Ven

Ach, Ven. Eine kleine Insel zwischen Dänemark und Schweden, die im Vorfeld meines Ausfluges für heftige Diskussionen in meiner kleinen, aber mehr als feinen Reisegruppe gesorgt hat.

Knapp dreißig Minuten von Landskrona, einer Stadt an der schwedischen Küste, liegt Ven. Idyllisch, pittoresk – das Leben scheint noch in Ordnung auf Ven. Es lohnt sich allemal die beschwerliche Überfahrt auf sich zu nehmen (nach wie vor keine Fährenliebhaberin) und die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden. Ja, ich habe Fahrrad gesagt. Nach knapp einem Jahr auf dem Fahrrad fühle ich mich durchaus dazu in der Lage, eine kleine Insel halbwegs zu umrunden. Mit genügend Pausen. Zwar geht es in Ven auf und ab, gleichsam einer Achterbahnfahrt, inklusive steiniger Abfahrten, aber es ist dennoch sehenswert. Ja, ich denke sehenswert ist ein passender Begriff. Außerdem bin ich nicht sicher, ob es dort öffentlich Verkehrsmittel gibt. Oder Autos. Neben dem Strand und den traditionell schwedischen Häuschen gibt es außerdem eine Alpaka-Farm. Ich wiederhole: Alpakas. Mein Herz geht auf. Ich möchte ein Alpaka.

(4) Falsterbo

Falsterb(r)o – nicht nur der Name, sondern auch der Strand ist Programm. Der Tag in Falsterbo war windig, sonnig und wunderbar. Falsterbo ist eigentlich Teil des “Städtebunds” Skanör-Falsterbo und ist irgendwie aber auch eine Halbinsel (Wikipedia lässt grüßen) – Schweden, wieso immer so kompliziert? Tatsächlich habe ich nur den Strand von Falsterbo gesehen und Skanör und Rest-Falsterbo aus dem Bus begutachtet.

Trotz Sonnenbrand, Sand in den Schuhen, Salz auf der Haut und von Wind zerzausten Haaren (oder gerade deswegen?), ist Falsterbo eine meiner liebsten Erinnerungen aus Schweden. Zugegeben: Das mag auch an der Gesellschaft gelegen haben, immerhin war der Brasil Boy involviert. Ach Falsterbo, ich mag dich. Übrigens: Falsterbo liegt optimal für Kitesurferinnen und -surfer. Weil windig. Ziemlich windig – Frisur sitzt nicht. Das Wasser ist blau, klar und sauber. Bunte, kleine Strandhütten. Meine Kaufempfehlung: Ein Ausflug nach Falsterbo. Im besten Fall bei Sonnenschein. Ich wage zu bezweifeln, dass Falsterbo bei Regen ähnlich beeindruckend ist.

(5) Lomma

Ich befinde: Wenn frau sich schon in Skåne rumtreibt, muss auch ein Ausflug nach Lomma drin sein. Und das nicht nur, weil das Wort ‘Lomma’ so schön auf der Zunge zergeht. Zwar liegt das Städtchen Lomma nur knapp 40 Fahrradminuten von Malmö (ich möchte weder über mein Gesicht noch meinen Geisteszustand nach diesen schweißtreibenden Minuten sprechen), trotzdem habe ich es nur einmal dorthin geschafft.

Okay, zugegeben, auch in Lomma habe ich überwiegend den Strand-Teil gesehen. Weniger den Kleinstadt-Aspekt, da wir in einem Höllentempo durch die Straßen gesaust sind. Womöglich übertreibe ich. Jedenfalls: Lomma ist ein süßes Städtchen (soweit ich das beurteilen kann) und wartet mit einem Sandstrand auf. Plus: An Sonnentagen hat man eine klare Sicht auf Kopenhagen und den Turning Torso. Minus: Man darf auch die Aussicht auf Malmös Industriebauten genießen. Und das auch an Regentagen. Lomma hat übrigens auch einen Campus oder eine Universität – so ganz habe ich das nicht durchschaut. Jedenfalls blickt der recht majestätisch drein und liegt in einem Park. Mein persönliches Fazit: Lomma lohnt (Achtung: Alliteration) sich.

Nun fehlen noch die passenden Abschlussworte, die finale Gedanken, um mein neues Format gebührend zu beenden und zu feiern. Was würde ein typischer Reiseführer nun sagen? Schweden ist allemal eine Reise wert? Für romantische Getaways (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Ausflüge) und Familienspaß geeignet? Skåne ist die schwedische Riviera? Tatsächlich habe ich zu wenig gesehen, um ein Urteil über das Reiseland Schweden zu fällen. Aber das, was ich gesehen habe, finde ich gut. Solange die Sonne scheint.

#overandout

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