Oktober Teil 3 oder:

Redhead i malmö.

Guten Morgen und God Morgon, ihr Frühaufsteherinnen und -aufsteher, Langschläferinnen und -schläfer, und Faulpelze,

Was? Ist denn schon Weihnachten? Mein Geburtstag? Silvester? Ostern? Hoch die Hände – Wochenende? Alles sehr berechtigte Fragen, aber nein, es ist ein ganz gewöhnlicher Dienstagmorgen (tatsächlich schreibe ich an einem Montagabend, aber durch einen gekonnten Kniff als digital native [Achtung: Englisch, zu Deutsch: Facebook-Opfer] wird das ganze erst Dienstag publiziert – Wunder gibt es immer wieder), jedenfalls, es ist Dienstag und ja, es ist euer lucky day (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Glückstag), denn ihr könnt euren Kaffee schlürfen, schmunzeln und euch gedankenvoll den Kopf kratzen. Und dann – BÄM – sorge ich für einen gekonnten Lacher, der Kaffee, Tee, Milch, schießt euch die Nase hoch und wieder runter und das Frühstück ist somit gelaufen.

Jedenfalls, ihr fragt euch sicherlich womit ihr euch einen weiteren Beitrag in so kurzer Zeit verdient habt – und tatsächlich muss ich gestehen, dass es weniger an euch liegt, sondern viel mehr an einem mehr oder minder bekannten Redhead, das ungarische, das mich in Malmö, Schweden besucht hat, und sehnsüchtig auf einen prominenten Auftritt wartet. Also hier das literarische Meisterwerk, das leider keines ist, aber gerne eines wäre – olé!

Wo soll ich diese Geschichte denn nur beginnen? Es war einmal, in einem Land vor unserer Zeit…halt, stopp…zu weit, ganz eindeutig. An einem nicht näher definierten Montag hat sich das kleine Redhead auf die Reise nach Malmö begeben. Leider beginnen schon hier die Turbulenzen: Nachdem ich am Abend vorher, nach einer mehr oder minder durchzechten Nacht in Göteborg, erschöpft und leicht müffelnd in mein Bett gefallen bin, wurde mein Schlaf zu unmenschlichen Zeiten unterbrochen – Montag, acht Uhr, der Wecker klingelt. Und dann noch einmal um halb neun. Und ein letztes Mal um neun. Stress pur – das Redhead will um zehn in Malmö aufschlagen, frau muss noch duschen, ihr Zimmer auf Vorderfrau (unfassbar stolz auf dieses Wort!) bringen und die Luftmatratze mit Luft füllen, plus der Bus braucht 30 Minuten zum Bahnhof, zu spät kommen ist also garantiert – Denkste (also halt – zu spät war ich trotz der nachfolgenden Ereignisse)! Jedenfalls: Aufgewacht, wie ein aufgescheuchtes Hühnchen durch die Wohnung gedopst, dann die Ernüchterung: Auch das Redhead verspätet sich. Aus privaten Gründen, die ich hier gerne groß und breit präsentiere. Oder auch nicht.

Geduscht, gefönt (sowohl ich als auch die Luftmatratze – Finger und Mund verbrannt, aber was muss, das muss), angezogen und dressiert, habe ich mich an den Bahnhof begeben. Nachdem das Redhead eine Stunde zu spät war, habe ich noch einmal zwanzig Minuten draufgelegt, dafür aber meine Gästin direkt am Gleis abgeholt – kurzer, unangenehmer Moment, die Frage nach einer Umarmung steht im Raum, tatsächlich sind wir beide keine großen Knuddlerinnen – auf nach Hause und ab in die City (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Stadt). Beziehungsweise zum Mittagsbuffet in einem allseits bekannten und beliebten Restaurant, das ich bis dahin nicht kannte und seitdem nicht mehr besucht habe. Aber gut, der Wille zählt, und der war eindeutig da. Vom Buffet in die Stadt, von der Stadt an den Strand und ganz schnell wieder zurück – tatsächlich hat Malmö nebelverhangen nicht viel zu bieten. Bei Sonnenschein tatsächlich etwas mehr. Tipps für alle – kommt am besten, wenn die Sonne scheint und ich nicht da bin. Menschen finde ich gut (Ironie aus).

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Blick über das graue Malmö.

Und dann? Nach gefühlt zwei und tatsächlich einer Stunde haben wir die Wärme einer beliebten Café-Kette aufgegeben (und nein, es ist nicht Starbucks – davon habe ich bisher nur einen gefunden) und uns wieder in das graue, aber bei Sonnenschein farbenfrohe, Malmö gestürzt, geredet und gelacht, gewitzelt und geschmunzelt, gelästert und gehasst, wie frau (und man) das eben so macht an einem ganz gewöhnlichen Montag. Und jedem anderen Wochentag. Und dem Wochenende.

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Familie gefunden.
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Ach Malmö…selbst bei Regen bist du doch eine Perle der Natur.
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Ich präsentiere: Fotografisches Talent. Meins.

Das war Montag. Ach, halt – ich vergaß: Tatsächlich sind wir Montagabend, Partytierchen, die wir sind, nach einem unfassbar gesunden Abendessen (Kürbis – ich Genie. Ertränkt in Öl – #shithappens [Achtung: Englisch, zu Deutsch: war Absicht) zurück ins Zentrum getingelt und haben Malmös Hotspot (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Treffpunkt der Elite) ausfindig gemacht. Im Nachhinein bleibt mir, neben den schwedischen Preisen (auch nach zwei Monaten jedes Mal aufs Neue ein kleiner Schock, ganz egal ob es nun die besten Cocktails in ganz Schweden sind oder nicht), nur eines in Erinnerung: Tatsächlich dachte ich, dass man die Toilettentür nicht abschließen kann – habe also, während ich mich auf eben jenem aufhielt, ein unfassbares Tempo an den Tag, beziehungsweise die Nacht, gelegt, um dann letzte Woche festzustellen, wie manch eine Klotür in Schweden funktioniert – seid gewarnt: Es gibt einem Rätsel auf.

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Girls on Fire. Oder Ice.
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Die Aussicht kann sich durchaus sehen lassen.

Sprechen wir über Dienstag – der Plan war, dass wir gegen zehn Uhr, spätestens elf, in Lund sind. Lund, eine kleine, charmante, Stadt, an jenem Dienstag vom Regen und Nebelschwaden ertränkt, keine Ahnung also, ob charmant zutrifft, liegt knappe 15 Minuten von Malmö entfernt – Katzensprung quasi. Aufgrund unvorhergesehener Vorkommnisse, unter anderem dem Verlust meiner Buskarte und dem panischen Durchsuchen meiner Tasche, Jacke und dem Weg, den wir im Regen zurückgelegt hatten, dem Kauf einer neuen Karte und, ja, ich meine mich zu erinnern, dass auch das Redhead mit Problemen zu kämpfen hatte, die auch ihre Verspätung am Vortag erklärt, haben wir es dann tatsächlich zum Mittagessen nach Lund geschafft. Da der Tag bis dahin tatsächlich nur bedingt nach Plan verlaufen ist, war der riesenhafte Burger durchaus eine willkommene Abwechslung  – was rede ich denn da: Ein riesenhafter Burger ist an jedem Tag des Jahres eine willkommene, sogar erwünschte, Abwechslung.

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Selten so viel Zuneigung empfunden. Okay. Fast immer, wenn ich Essbares sehe.

Weil das kleine, charmante Lund mit seinen kleinen, charmanten Gässchen und Sträßchen und Häuschen an eben jenem Dienstag eher grau in grau war, haben wir uns dazu entschlossen, vom Mittagessen direkt zur Kaffeepause überzugehen. Gekrönt vom BESTEN Kuchen, den ich jemals gegessen habe. Insgesamt, letztendlich, durchaus ein guter Tag. Und nachdem wir Café, das Erste, verlassen haben, haben wir Sophie, eine Freundin aus Mannheimer Zeiten, im Café, das Zweite, getroffen – ich liebe Kaffee. Und Kuchen. Und Schweden nennt das ganze Fika und hat es fest in seinen Alltag integriert – gutes Land! Leider machen die Preise dem täglichen Fikagenuss einen gekonnten Strich durch die Rechnung – aber ich habe in den letzten Wochen die Kunst des Filterkaffeekochens perfektioniert und bringe nun jeden Morgen mein Herz selbstständig zum Rasen.

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Hello Handsome!
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Lasst die Kirche doch im Dorf.
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Bei Wind und Wetter heiße Feger.
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KaffeeKaffeeKaffee ♥

Jedenfalls hat mich das Redhead am Mittwoch wieder verlassen und ist zu ihrer Schwedentour Richtung Norden aufgebrochen und hatte, wie es der Zufall so will, pausenlos Sonnenschein, während ich im südlich gelegenen Malmö in Regen und Nebelschwaden ertrunken bin. Und ähnlich grau und langweilig wie das Wetter, war seitdem auch beinahe mein Leben – Uni, der Druck, eine neue Arbeit zu schreiben, die Faulheit, die mich davon abhält, der Stress, der mich in der letzten Woche (also quasi jetzt – komischerweise aber nur unterbewusst bisher) plagt, same shit every day (Achtung: Englisch, zu Deutsch: nachts sind alle Katzen grau oder Langeweile, tagein, tagaus). Tatsächlich ist es nicht ganz so langweilig wie dargestellt, aber viel zu privat (Scherz beiseite), um es mit euch zu teilen. Nein, ich mach doch nur Spaß – ich bin doch ein offenes Buch für euch alle!

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Mein Arbeitsplatz heute – vad intressant!

Seitdem ist nur leider tatsächlich nicht allzu viel passiert. Nur ein paar kleine Schmankerl: Ab Mitte Dezember beziehe ich eine neue Wohnung, am Samstag waren wir auf einer Fußballer-Party, wenn man das denn so nennen kann, jedenfalls gab es Essen und viel zu viel zu Trinken, große Ähnlichkeit mit den Kabinenpartys, die ich von meinem kleinen beschaulichen Dorf kenne und zu denen ich nie eingeladen war, weil ich leider nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprach (oder entspreche, aber hey, wer will das schon?!) oder sehr unbeliebt war (ist durchaus möglich, bin ne kleine Kackbratze), und ich habe ein Snoozdings geschenkt bekommen und nach wie vor nicht getestet. Was ein Snoozdings ist? Quasi eine Zigarette in Sackformat, das man sich unter die Lippe klemmt, um so das Nikotin schön direkt aufzunehmen. Für mich, als alte Nikotinliebhaberin (nicht), ein durchaus gelungenes Mitbringsel.

Und jetzt? Die neue Woche hat, buchstäblich und wortwörtlich, heute beziehungsweise gestern gestartet und bisher war ich sehr erfolgreich: Kaum was für meine Arbeit geschafft, aber hey, Schwedischkurs direkt mal sausen lassen, was will man mehr. So viel zu mir – gibt es denn bei euch was Neues? Okay, machen wir uns nichts vor – ich will es gar nicht mal so genau wissen, denke ich. Nein, das weiß ich sogar ziemlich sicher eigentlich.

Falls ihr es nicht schon getan habt: Stellt eure Uhr um, es ist offiziell Winterzeit und damit auch endlich legitim, dass diverse Supermärkte ihre Weihnachtsauslagen seit August haben. So viel zu wunderbar philosophischen Abschiedsworten – Satz mit x, das war wohl nix ( – Lacher – ). Ende.

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