September Teil 3 oder:

Köpenhamn.

God kväll und god aften ihr verrücktesten der verrückten,

willkommen und Guten Tag zu zwei zum Preis von einem – Part 2. Nachdem ich mich schon vor gut fünf Minuten literarisch verausgabt habe, folgt nun die schriftstellerische Resteverwertung. Meine Motivation ist ähnlich wie mein Schreibstil unauffindbar, das Preis-Leistungs-Verhältnis mag also ins Wanken geraten. Das tut mir durchaus leid. Oder eben auch nicht.

Wie schon angekündigt und durch die Überschrift unschwer zu erkennen, wird dieser Beitrag dänisch angehaucht sein – und damit meine ich nicht, vorurteilsbeladen wie ich bin, den Duft von Fisch oder HotDogs. Noch einmal für alle: Ich habe das Wochenende mit dem Redhead (Achtung: Um mögliche Verwirrungen vorzubeugen – die Rede ist von dem Original-Redhead, auch bekannt unter dem Namen Lea oder Lee) in Kopenhagen verbracht. Kurzer Reminder (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Randnotiz; Erinnerung): Das Redhead verbringt ihr Auslandssemester in Kopenhagen. Und weil die dänische Hauptstadt nur einen Meilenstein oder eben eine Bahnfahrt entfernt ist, habe ich mehr oder minder spontan entschieden dem Redhead einen Besuch abzustatten.

Freitag, der 18. September 2015: Nach Ende meiner Veranstaltung an der Universität überlegt mein Kurs doch tatsächlich noch etwas gemeinsam zu unternehmen. Trotz meiner Verpassungsängste schaffe ich den Absprung und düse auf Magnus nach Hause, um zu packen und die Reise nach Kopenhagen zu beginnen. Hochrot und völlig außer Atem brauche ich selbstverständlich eine kurze Verschnaufpause und einen Snack (obwohl ich tatsächlich schon knapp einen Monat auf Magnus die Stadt und, vor allem, den Verkehr unsicher mache, komme ich doch immer gestresst, schwitzend und womöglich müffelnd an meinem Reiseziel an). Nur kurze Zeit später ist der Rucksack und meine Tasche gepackt (ein Wochenende = zwei Jacken, zwei Hosen, zwei Paar Schuhe und unzählige Oberteile), ich kann also getrost nach Kopenhagen und in die Arme meines liebevollen Redheads aufbrechen. Denkste! Das Redhead findet Umarmungen und Knuddeleinheiten nach wie vor dumm und dümmer (habe ihr zur Verabschiedung aber tatsächlich einen kurzen Drücker abgeluchst – who can the can [Achtung: Englisch, zu Deutsch: ich kanns.]) und begrüßt mich daher auf althergebrachte Art und Weise – mit einem kecken Handschlag. Scherz beiseite. Keck, aber ohne Handschlag.

Nachdem ich mein Quartier für das Wochenende bezogen habe (der Boden in Leas Zimmer, gefedert und geteert durch eine Isomatte), wurde dinniert. Erwähnenswert ist sicherlich, dass es Reste gab. Die als Mitternachtssnack geplant waren. Wer mich und das Redhead in Kombination erlebt hat, weiß, dass das durchaus bemerkenswert ist. Normalerweise zeichnen wir uns dadurch aus unser Essen aufzusaugen, gleichsam dem Staubsauger bei den Teletubbies. Und obwohl wir in unsrer Verzweiflung Freitag Nacht ein allseits beliebtes Fast-Food-Restaurant aufgesucht und Budapest-Zeiten haben hoch leben lassen, konnten diese Reste tatsächlich als Frühstück wieder verwertet werden – Verschwendung, vor allem im kulinarischen Bereich, ist mir unverständlich. Doch bevor ich von Tag 2 im total charmanten Kopenhagen mit seinen kleinen Gassen und horrenden Preisen erzähle, möchte ich gerne noch Freitag Abend Revue passieren lassen (oho, heute werfe ich ja durchaus mit großen und großartigen Redewendungen um mich – hab wohl doch meine sprachliche Trickkiste ausgepackt). Lea, die härteste Braut seit Ronja Räubertochter, hat uns doch glatt ein Bier bestellt – in der Annahme, dass dieses nur 5€, quasi ein halbes Schnäppchen in Kopenhagens Night Life (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Nachtleben), kostet. Was die junge Dame in ihrer Unwissenheit (ich gehe davon aus, dass diese Unwissenheit auf ihr junges Alter zurückzuführen ist) nicht bedacht hat, war, dass verschiedene Biersorten durchaus verschiedene Preise haben können. Weswegen ihre Freunde und Freundesfreundinnen (tatsächlich war die Person, die das Redhead kannte, männlich, während  eben jenes Männliche weiblichen Anhang präsentiert hat) zwar nur 5€ bezahlt haben, das Redhead im Eifer des Gefechts jedoch ein Bier für preiswerte 10€ bestellt hat.

IMG_20150918_213205
Alles so grau in grau.
IMG_20150918_212701649
Ein bisschen Rotlicht hat noch niemandem geschadet.

Ohne weiter darauf einzugehen, berichte ich nun einfach von Tag 2 und überlasse euch euren Gedanken, die womöglich in Richtung “Ohgott, wie doof” und “Pech gehabt” oder “das haben die dummen, wichtigtuerischen Nüsse verdient”, um nur einen kleinen Denkanstoß zu geben, gehen.

Tatsächlich hat sich Kopenhagen, ich wiederhole, die Hauptstadt Dänemarks, 30 Minuten von Malmö, Schweden, dieses Wochenende (abgesehen von heute, also nur gestern) von seiner besten Seite gezeigt.

IMG_20150919_152433343_HDR
ENTE! Ich mag Enten.
IMG_20150919_150418085_HDR
Charmant, dieses Kopenhagen.
IMG_20150919_163204504
Potenzielle ehemalige Sommerresidenz des dänischen Königshauses. Laut dem Redhead.
IMG_20150919_145706032_HDR
Ungeheuerlich: Eine charmante große Straße. Dabei besticht Kopenhagen doch durch charmante kleine Straßen.
IMG_20150919_152724721
Standardtouribild aus Kopenhagen.

Und auch Lea hat ihre Schokoladenseite präsentiert: Denn obwohl sie für die Uni arbeiten wollte, ich zitiere “Für so bisschen rumlaufen hab ich halt keine Zeit”, ließ sie es sich trotz allem nicht nehmen mir die Stadt zu zeigen und einen gemeinsamen HotDog zu essen. Tatsächlich scheint ein HotDog, laut Lea und der Anzahl der HotDog-Stände (wie häufig kann man eigentlich HotDog in einem Absatz sagen?) eine dänische Spezialität zu sein. Ich hatte zwar vermutet, dass es eine IKEA-Spezialität ist, aber man lernt eben nie aus.

IMG_20150919_151922778
Bisschen sonnig, aber geht.

Jedenfalls, nach dem gemeinsamen HotDog, haben wir auch das Schloss oder vielmehr die Schlössschen der dänischen Royal Family (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Königsfamilie in royalblau) besucht – durchaus eine Reise wert. Weniger wegen der bahnbrechenden Architektur als vielmehr wegen der Soldätchen in ihren lächerlichen Kostümchen mit den felligen Hütchen. Tatsächlich hatten wir sogar Glück und konnten die Wachablösung bestaunen: Ein wahres Träumchen. Tatsächlich hatte ich vollkommen vergessen oder verdrängt, dass auch Dänemark mit monarchischen Erinnerungen aufwartet. Ganz, ganz wunderbar und wunderbar charmant, dieses Kopenhagen.

IMG_20150919_160312406
Noch witziger als die Soldätchen waren doch tatsächlich die Menschen, die ihnen hinterher gelaufen sind. Inklusive mir und dem Redhead.

Und obwohl das Redhead an eben jenem Samstag angekündigt hat, dass wir einen ruhigen Abend in ihrem Zimmer verbringen und für die Uni arbeiten (ihr seht schon wie der Hase läuft bzw. in welche Richtung er abdreht), war doch von Anfang an klar, dass wir wieder einmal die Bären steppen lassen. Mit der Aussage, und ich zitiere “Uni ist jetzt einfach nicht mehr wichtig”, hat das Redhead einen ganz wunderbaren Abend im charmanten Kopenhagen mit seinen kleinen Gassen eingeläutet. Zwar sagen Bilder mehr als tausend Worte, aber ich gebe trotzdem mein Bestes den Abend sprachlich zu untermauern. Ein deliziöses Abendessen, eine Bar mit bezahlbaren Bierpreisen (wobei das Redhead womöglich auch aus den Erfahrungen des Vorabends gelernt hat), 80er, 90er und die besten Hits von heute, sowohl auf Englisch als auch auf Dänisch (obwohl es tatsächlich für etwas Verwirrung gesorgt hat – zumindest auf meiner Seite, hat es mich nicht davon abgehalten hat lautstark mit zu singen.) und, ich muss es leider gestehen, der wiederholte Besuch eines Fast-Food-Restaurants, fassen in etwa den Verlauf der Nacht zusammen.

IMG_20150919_184329181
Achterbahn-Momente.
IMG_20150919_192936480_HDR
Fresskoma, ich liebe dich.
IMG_20150919_231703643
Im Socialisen sind wir Queen.

Was uns zu Tag 3 im wunderbaren Kopenhagen mit den kleinen Gassen führt. Nachdem schon Tag 1 und 2 relativ verfressen waren (relativ ist womöglich eine leichte Untertreibung), wollten wir heute, an unserem letzten gemeinsamen Tag, noch einmal ordentlich zuschlagen: Ein Brunch. Nicht nur ein einfacher, lächerlicher Brunch, nein. Tatsächlich gab es neben gängigen Frühstücksessen auch Mittagessen. Frühlingsrolle reiht sich an Pommes reiht sich an Nudel reiht sich an Pancake reiht sich an Fisch reiht sich an Calamari reiht sich an Rührei reiht sich an…ihr seht, worauf ich hinaus will. Ich kann getrost sagen, dass unsere gemeinsame Leidenschaft für Essen die Basis unserer innigen Beziehung ist. Leider bin ich von meiner heutigen Leistung schwer enttäuscht: Nach nur zwei mehr oder minder beladenen Teller (Runde 1 war noch stark, wahrscheinlich zu stark – typischer Anfängerinnenfehler – dabei bin ich doch gar keine Anfängerin mehr – das geht mir, nach wie vor, sehr nah), musste ich aufgeben. Und, dementsprechend enttäuscht von mir und der Welt, meine Rückfahrt nach Malmö antreten.

Um ein kurzes Wochenende, das nun sehr detailreich beschrieben wurde, kurz zu fassen: Nach zwei Nächten, tausenden von Lachfalten und Selfies und gefühlt 30kg (und tatsächlich wahrscheinlich so 3kg – womöglich übertreibe ich. Womöglich vll auch nicht.) mehr auf den Hüften, bin ich müde und müffelnd wieder im beschaulichen Malmö. Bereit für meine Univorbereitungen. Da freu ich mich doch glatt.

IMG_20150920_141715
Skyline-Versuche.

Um nun meine ausführliche Berichterstattung gebührend abzuschließen, hier noch die Hymne, die die Beziehung und den Tanzstil zwischen dem Redhead und mir durchaus geprägt und, meiner Meinung nach, verbessert hat. Und mein Wort zum Sonntag ist: Es gibt Tage die sind wie Ross Anthony.

PS: Ich entsende einen Gruß an Jenny, die mich ganz unauffällig darauf hinweist, dass sie in meinem Blog erwähnt werden möchte. Hallo Jenny.

PPS: Obwohl ich ausführlich von unseren Es(s)kapaden (ich Scherzkeks, gleichsam ein Wortgenie) berichtet habe, wird es doch langsam Zeit am nächsten Kilo zu arbeiten – ein kleiner Snack wäre durchaus angenehm.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s