September Teil 1 oder:

Första dagen på skolan.

Hejhej und Hallo Volk und Volkesvolk,

wieder einmal vergeht die Zeit viel zu schnell und wieder einmal habe ich es nicht geschafft, mich früher zu melden. Aber grämt euch nicht – mein soziales Leben insgesamt hat diese Woche schwere Verluste eingefahren. Daher scheint mir die wöchentliche Regelmäßigkeit eines Blogeintrags ein kleines Wunder zu sein.

Ihr fragt euch, selbstverständlich, was diese Woche los war und nur zu gerne berichte ich in aller Ausführlichkeit, von Anfang bis Ende, hinten und vorne, links nach rechts, hoch und runter, breit und lang, wie meine Tage hier verflogen sind. Eine kurze Warnung: Elemente der Übertreibung und Dramaturgie mögen im folgenden Abschnitt enthalten sein. Entweder ihr übergeht sie oder ihr stolpert von einem mitleidsvollen Seufzer in den nächsten. Wie es euch beliebt.

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Lebensziel: Cool genug sein, so einen Hut auch mal tatsächlich tragen zu können. Ohne die Grimasse.

Bevor ich euch von meiner ersten Woche an der neuen Uni und im Masterprogramm berichte, noch eine kurz und knappe Randnotiz bezüglich Magnus, meinem Fahrrad: Tatsächlich klappt das Fahrradfahren immer besser, ich genieße es beinahe schon durch die Straßen zu düsen, den frischen (und eiskalten) Wind im Gesicht zu spüren und mir die Haare durchwuscheln zu lassen. Die Betonung liegt auf beinahe. Als Fahrradfahrexpertin (mit inzwischen zwei Wochen Erfahrung habe ich durchaus einen Expertenstatus) kann ich euch lediglich fünf Tipps mit auf den Weg geben:

  1. Ein Fahrrad mit funktionierender Klingel hat sicherlich Vorteile. Vor allem, wenn Fußgängerinnen und Fußgänger den Radweg nutzen. Oder es keinen Radweg gibt, man sich aber nicht der Gefahr der echten Straße aussetzen will. Tatsächlich bin ich noch nicht bereit, mein Leben und Fahrrad an ein Auto zu verlieren.
  2. Es scheint mir, als seien manche Schwedinnen und Schweden (Achtung: Keine Pauschalisierung – ich spreche hier von den Ausnahmen!) es nicht gewohnt hintereinander zu fahren: Egal wie breit (oder eben nicht) der Radweg, egal ob Gegenverkehr (oder eben nicht) – das Nebeneinanderfahren wird nur ungern bis gar nicht aufgegeben. Auch ein entnervter Gesichtsausdruck (inklusive Schnauben) und ungläubiges Kopfschütteln ändert das nicht. Spart euch also den Stress.
  3. Malmö und, vermutlich, Schweden insgesamt sind wettertechnisch unberechenbar – auf Regen folgt Sonnenschein, auf Sonnenschein folgen dicke Regentropfen, der Kreislauf des Lebens. Vertraut also nicht dem ersten Eindruck und habt immer eine Regenjacke dabei. Und eine Plastiktüte. Für den Sitz. Um einen nassen Popo zu vermeiden – diese Idee kam mir tatsächlich erst gestern. Leider ist die Tüte verrutscht und mein Po war, letztendlich, doch nass. Aber in der Theorie eine nette Idee. Und in der Sonne wird es warm. Wobei mir, vor allem während ich über Stock und über Stein durch die City (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Stadt) cruise (Achtung: Englisch, zu Deutsch: düsen), immer warm ist. Und ich immer, egal ob gestresst oder nicht, egal ob langsam oder schnell, einen hochroten Kopf habe.
  4. Auch wenn manch eine und einer auf dem Bike (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Fahrrad) verrückte Kunststücke hinlegt, wie beispielsweise freihändig fahren, heißt das nicht notwendigerweise, dass man das nachäffen muss. Lasst die Hände, wo ich sie sehen kann.
  5. Und last, but not least (Achtung: Englisch, zu Deutsch: die letzten werden die ersten sein): Fahrt niemals mit offenen Haaren Fahrrad. Wind und Wetter hinterlassen Spuren, ebenso der Schweiß, der bei dem ganzen Stress, ohne Umschweife, in Massen läuft. Das Ende vom Lied ist: Fettige Haare und/oder eine versperrte Sicht. Und das kann nun wirklich niemand gebrauchen.

Okay, diese Tipps waren tatsächlich weniger kurz und knackig als geplant. Ich fasse mich also was Uni und soziales Leben angeht kurz. Was nicht weiter schwer sein sollte. Da ich nur an zwei Tagen Uni hatte und mein soziales Leben bis gestern Abend auf Eis gelegen hat. Weswegen? Seht selbst. Oder lest selbst.

Während ich eigentlich eine recht lässige erste Uniwoche geplant hatte, hat mein Masterprogramm mir doch glatt einen dicken, fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Mit nur zwei Tagen “Unterricht” und drei zusätzlichen Tagen Wochenende ist meine erste Einschätzung durchaus nachvollziehbar. Denkste! Tag 1: Hallo an alle, und auf Wiedersehen. Tag 2: Vorlesung, die erste. Und Schock, der erste. Bis Freitag, also Tag 5, soll eine erste Arbeit abgegeben werden. Die verlangt, dass man zuvor zwischen 100 und 200 Seiten liest. Zugegeben: Wahrscheinlich ist die genaue Seitenanzahl näher an 100 als 200. Trotzdem. Drei zusätzliche Tage Wochenende – Adieu. Oder wie die Schwedinnen und Schweden sagen: Adjö. Und ähnlich ging es meinem social life (Achtung: Englisch, zu Deutsch: siehe oben).

Inzwischen ist die Arbeit abgegeben, doch von Entspannung keine Rede – das nächste Essay wird nächsten Freitag verlangt. Wer nun glaubt, dass ich aus meinen Fehlern (wobei ich bisher eigentlich tatsächlich noch keinen Fehler gemacht habe, unitechnisch zumindest), sagen wir also Erfahrungen, gelernt habe, täuscht sich – nach wie vor habe ich mich noch nicht in die Vorbereitungen gestürzt. Vielleicht schaffe ich es doch, heute noch etwas zu lesen. Ach, wen will ich denn hier beeindrucken – heute wird es nichts. Aus einem ganz einfachen Grund: Jana, unser Küken, wird heute 21. 21, wie die Zeit vergeht. Neben einem Brunch in einem vegetarisch-veganen Café (Bacon! Wo ist mein geliebter Bacon?), steht heute eine Kostümparty an. Ich verrate unser Gruppenkostüm (Ja. Gruppenkostüm. Habe Minnie Maus doch aufgegeben) noch nicht, gebe aber einen Hinweis: Es wird bananös!

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Das Geburtstagskind und ich in Bestform.
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Gruppenselfie hat schon mal gut geklappt. Oder auch nicht.
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So sieht das schon besser aus.
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Und so vielleicht am besten. Man beachte: Oscar scheint glücklich über die Gesellschaft.

Gibt es sonst noch mitteilenswerte Neuigkeiten? Ich glaube nicht. Ach, doch. Mich quält ein roter Fleck, ausschlagähnlich, jedoch ohne Symptome, bis auf die Farbe rot im Gesicht. Nachdem ich, nach Auswertung meiner empirischen Umfrage, entschieden habe, dass Salbe immer hilft, habe ich, oh Wunder, tatsächlich eine Salbe, die laut Packungsbeilage unter anderem auch bei Hautinfektionen angewendet werden kann, aufgetragen. Farbe: Rostbraun. Farbe meiner Kissen: Weiß. Aktuelle Farbe meiner Kissen: Rostbraun auf weißem Untergrund.

Jetzt habe ich aber tatsächlich alle noch so privaten Informationen mit dem world wide web (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Internet) geteilt. Womöglich werde ich das bereuen, spätestens wenn zukünftige Arbeitgeberinnen und -geber das gegen mich verwenden. Olé!

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