August Teil 3 oder:

Döden på två hju.

God Dag und Guten Tag ihr fleißigsten aller fleißigen Leserättinnen und -ratten,

Das war Schwedisch. Zumindest ein Teil davon. Und bisher sind das meine einzigen Schwedisch-Kenntnisse. Dank Google Translator (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Übersetzer einer beliebten und weit verbreiteten Suchmaschine). Aber ab Mitte September habe ich tatsächlich einen Schwedischkurs – ab dann kann ich euch mit handfesten Sprachkenntnissen aus den Socken hauen oder Latschen kippen oder wie die Jugend heute sagt.

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Strandkinder.

Schon wieder eine Woche seit meinem letzten Eintrag und ihr seid sicherlich krank vor Sorge seitdem ihr wisst, dass ich mich inzwischen nicht mehr auf den öffentlichen Transport verlasse (dazu sofort auch mehr), sondern meine muskulösen Beinchen (schön wärs) mich eigenständig auf einem zweirädrigem Vehikel, genannt Fahrrad, genannt Magnus (man muss sich eben doch auch anpassen) zur Uni und in das Zentrum transportieren. Doch lasst uns das Pferd nicht von hinten aufzäumen – fangen wir ganz von vorne an: Vor tausenden bis Millionen von Jahren hat die Menschheit, repräsentiert von einem unterentwickelten und, entschuldigt den Audruck, saublöden Persönchen, ähnlich den Heldinnen und Helden, die man heutzutage auch bevorzugt vor Flüchtlingsheimen patrouillieren sieht – eindeutig  ist es also doch möglich, dass sich die Menschheit, leider, zurück entwickelt und ihre Menschlichkeit dabei über Bord wirft – zurück zum Ausgangssatz, jedenfalls, hat eben dieser eben jene Schlaukopf das Rad entdeckt. Und sich gedacht, dass es noch von großem Nutzen sein könnte. Was uns letztendlich zu Magnus führt (zugegeben: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Person, die das Rad entdeckt hat doch um einiges mehr im Kopf hatte als die oben genannten unterentwickelten “Menschen” – Schluss mit den ernsten Themen!).

Sprechen wir über Magnus. Magnus, mein Fahrrad, ist ein Fall für sich: Der blaue Anstrich, durchzogen von grauem Haar oder eben Rostspuren verhindert, dass Magnus auf der Straße zu viele Blicke auf sich zieht. Der Sattel ermöglicht einen Ausblick über die Stadt und fordert meine Abenteuerlust – eleganter Sprung, powpow! Auch der nur teilweise befestigte Korb tut sein übriges und schwingt wie ein Fähnchen im Wind. Die Rücktrittbremse versetzt mich zurück in meine Kindheit, als die Notwendigkeit einer, nennen wir sie “normale Bremse”, noch nicht gegeben war. Trotz seiner Ecken und Kanten ist Magnus ein Herzblatt und ich möchte ihn nicht missen – noch bringt er mich zu meinem gewünschtem Ziel. Vorausgesetzt ich gehe unterwegs nicht verloren und brauche für eine geplant 20-minütige Heimfahrt 1,5 Stunden. Oder es regnet. Oder ich werde abgeworfen.

Jedenfalls, seitdem ich Magnus habe, sollte mein Leben, wie man durchaus vermuten könnte, angenehmer sein. Unabhängiger. Leider macht Malmö hier einen eleganten Strich durch die Rechnung – denn kaum habe ich Magnus und kaum habe ich gelernt wie ich halbwegs sicher, jedoch nicht minder rotbäckig und gestresst, von A nach B komme – verabschiedet Malmö den Sommer und begrüßt den Herbst. Ende August. Dicke Regentropfen und ein Wind, der die Knochen schlottern lässt, nehmen mir die Lust auf Magnus und treiben mich in die offenen Arme des öffentlichen Verkehr – denkste! Auch ich habe einige Tricks auf Lager – und ein Einkaufszentrum nur eine zehnminütige Radfahrt entfernt. Eine Regenjacke später (eigentlich zwei identische Regenjacken später, deren Kauf mich tatsächlich überfordert hat und ein weitläufiges Komitee zur Entscheidungsfindung erfordert hat) bin ich bereit dem Regen zu trotzen. So der Plan – zumindest bis Donnerstag.

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Das Prachtstück – aus einem hochprofessionellem sportlich aussehendem Laden. Keine Ahnung welches Pferd mich da geritten hat.

Donnerstag war unser Ausflug nach Österlen – die Region in der Region. Schon am Morgen begrüßen mich dicke Regentropfen, perfekt also, um meine Regenjacke gebührend einzuweihen. Leider jedoch habe ich, natürlich unabsichtlich, vergessen den Sattelschutz über soeben erwähnten Sattel zu spannen – um also einen nassen Po zu verhindern und potenzielle Gerüchte einer potenziellen Inkontinenz vorzubeugen, habe ich mich gegen Magnus und für den Bus entschieden.

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Nasse Popos finden wir?

Es mag euch womöglich interessieren, dass ich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zwei Mal mein nasses Hinterteil präsentiert habe – Magnus ist tatsächlich unberechenbar.

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Bisschen windig, aber geht.
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Kenne tatsächlich nicht alle mit Vornamen. Oder Nachnamen. Oder überhaupt.
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Desktophintergrundmaterial 1.
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Desktophintergrundmaterial 2.
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90° Winkel kann ich – Mathe ist meins!
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Schwedische Stonehenge-Version im Hintergrund, scharfer Regenmantel im Vordergrund.
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Hier kenne ich zumindest alle Vornamen.
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Schwedische Spezialität: Ein Brot mit Fisch. Gesmoketem Fisch. Und ein Käsebrot. Und ein Becher. Mit Wasser.

Was ist neben Magnus diese Woche noch passiert? Tatsächlich hat Magnus Präsenz alles andere ziemlich in den Schatten gestellt – Scherz beiseite. Wir waren in Österlen (siehe oben, ihr Dummis), ich habe endlich Menschinnen und Menschen kennen gelernt, die ich, neben dem schwedischen Redhead, mag (manche sogar sehr gerne – ja Jana, auch du kannst dich angesprochen fühlen), ich habe Leute getroffen, die auch in meinem Programm sind – kurzzeitig hatte ich echt die Befürchtung, dass ich mir die Existenz meines Programmes, meiner Zusage, meines ganzen Daseins (Drama, Baby) nur eingebildet habe – und gestern waren wir in einem Pub. Wer nun eine professionelle Bar erwartet, wird leider enttäuscht. Tatsächlich ist es eine Bar, die von Studierenden für Studierende ist – zu tatsächlich humanen schwedischen Preisen. Zwei Wörter, die unmöglich nebeneinander existieren können? Ihr seht doch, dass sie können.

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Schwedisches Redhead, Mensch, dench zusätzlich zum Redhead mag, meine Wenigkeit. Oder Mehrheit. Je nachdem.

Fertig für heute, die Sonne scheint, ich muss also die Vorhänge zuziehen und mich meinem Netflix-Account widmen. Scherz beiseite – der BB ruft an und da wir beide extrem toll sind und aus diesem Grund auch extrem wichtig, also viel beschäftigt, haben wir es tatsächlich versäumt in den letzten drei Wochen zu skypen – Prioritäten setzen, ole! Und nach dieser Priorität bleibt dann hoffentlich noch Zeit für den Netflix-Account.

Bis dahin – Byebyebye (Ohrwurm-Alarm!)

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