August Teil 2 oder:

Endast tyskarna

Wikingerinnen und Wikinger, Köttbullarliebhaberinnen und -Liebhaber,

ich melde mich zurück und dieses Mal sogar zum zweiten Mal in dieser eben jenen Woche – mein letzter Beitrag liegt tatsächlich nur sechs Tage zurück. Ich bin ganz begeistert von mir selbst. Um mich jedoch nicht allzu sehr in den Himmel zu loben, steige ich nun von meinem Podest gleichsam hohem Ross und widme mich in aller Ausgelassenheit dem heutigen Beitrag, der schon seit etwa drei Tagen in Planung ist und aufgrund diverser Vorkommnisse jedoch bis zum heutigen Tag hat warten müssen.

Heute vor einer Woche, sieben Tage, 168 Stunden oder 10080 Minuten, nennt es, wie ihr wollt, habe ich mich auf den Weg nach Malmö, Schweden gemacht. Nur 18 kurze Stunden später habe meine neue Heimat erreicht – und entdecke seitdem die Gewohnheiten der Schwedinnen und Schweden und, selbstverständlich, Malmö, Schweden. Oh,und die Universität. Logisch, da der Grund meiner Schwedenreise eigentlich mein Masterstudium ist. Fast vergessen. So weit, so gut.

Und was ist seitdem geschehen? Nachdem ich den kompletten Sonntag verschlafen habe, habe ich mich am Montag tatsächlich ins Getümmel gestürzt, eine Busfahrkarte gekauft, einen Stadtplan organisiert, mich trotzdem verlaufen, aber Malmö in sechs bis acht Stunden zu Fuß erkundet.

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Turning Torso oder erste Sehenswürdigkeit die Google bei Malmö ausspuckt
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Meerliebe
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Aussicht auf…worauf genau eigentlich? Stadt Malmö.
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Strandliebe
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Ein Stück Natur mitten in der Stadt
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Häuser bauen können sie, die Schweden

Nach wie vor ist das Stadtzentrum ein einziges Rätsel für mich, es hat sich also gelohnt. Auch nach sechs Tagen. Und es wird auch nach sieben Tagen ein Rätsel bleiben. Umso spannender wird es, wenn ich dann mein zweirädriges Gefährt, genannt Fahrrad, einweihe. Hier ein wichtiger Hinweis: Alles fährt hier Fahrrad, ob Frau oder Mann, Kind oder Nicht-Kind, Tier oder Pflanze oder Kaktus oder Stein. Und nun eben auch ich. Beziehungsweise ab heute. Mal schauen, ob das morgen auch noch der Fall ist – ich habe meine Zweifel. Und das nicht nur, weil der Fahrradsattel etwas lose scheint. Sondern auch, weil ich seit etwa zehn bis hundert Jahren kein Fahrrad mehr gefahren bin. Wobei es ja heißt, dass man Fahrrad fahren nicht verlernt – aber Ausnahmen gibt es immer – und in diesem speziellen Fall befürchte ich, dass ich eben jene bin. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass ich mich für besonders genug halte, die Ausnahme der Regel zu sein, sondern ganz einfach damit, dass ich schon beim Laufen über meine eigenen Füße falle.

Soeben habe ich etwa 300 Wörter gelöscht, einfach weil ich vergessen hatte zu speichern und mein Laptop meine eigene Dummheit nicht akzeptiert. Nicht, dass das für euch von Interesse ist. Aber da ich jetzt etwas sauer auf mich bin, werde ich mich nun dementsprechend kurz fassen. Und regelmäßig auf Speichen klicken.

Zurück zu Malmö: Tatsächlich habe ich schon nach drei Stunden in der Stadt festgestellt, wie sehr ich eben jene liebe. Einfach nur weil es Meer gibt. Und aktuell, trotz gegenteiliger Erwartungen, Sommer ist. Und obwohl der Wind ab und an scharf ins Gesicht peitscht und eine kühle Brise frosteln lässt, überwiegt bisher doch der Sonnenschein, der mir auch tatsächlich schon Sonnenbrand beschert hat. Weil ich, vorurteilsbelasten, wie ich bin, meine Sonnencreme nicht mitgebracht habe – wer hätte auch vermutet, dass man diese im kalten Norden braucht? Und obwohl Malmö sich derzeit in der Sonne räkelt, habe ich doch meine Bedenken was den Winter betrifft. Aber, so far, so good [Achtung: Englisch, zu Deutsch: alles gut, bisher zumindest.]. Aber mein Paket aus Deutschland mit Winterkleidern und Jacken und Schuhen und Decken ist angekommen. In einer Poststation zwanzig Minuten von der Wohnung. 19 Kilo. Frau wird kreativ.

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Muckis inklusive Muskelkater, ole!

Abgesehen von Meer, hat Malmö auch sonst einiges zu bieten: Parks und das Stadtzentrum, Cafés und Restaurants (tatsächlich scheinen die Schwedinnen und Schweden Kaffee noch mehr zu lieben als ich Zwiebelringe – und haben ganz einfach eine Kaffeepause, genannt Fika, fest in ihren Alltag integriert – und hier wird dann auch allerlei Süßkram aufgetischt), Muffins und Zimtschnecken (Kanelbullar – muss man gesehen und gegessen haben – siehe Fika),

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Kann man essen, muss man aber nicht. Okay, doch, muss man.

und diese Woche das Malmöfestival. Das größte Festival in Schweden. Und da ich mich in der schwedischen Musikszene nur bedingt bis gar nicht auskenne, hat mich vor allem das Essen begeistert: Essensstand reiht sich an Essensstand, ein Traum wird wahr. Und neben einem einzigen Stand mit schwedischem Essen, scheinen sich vor allem asiatische Gerichte einer Beliebtheit zu erfreuen: China reiht sich an Japan reiht sich an Indien reiht sich an den Rest der Welt. Weswegen auch mich kulinarisch in fernöstlichen Gefilden bewegt habe.

Was die Menschen betrifft, gibt es auch hier erfreuliche Neuigkeiten: Tatsächlich habe ich das schwedische Äquivalent zu meinem ungarischen Redhead gefunden – wie es der Zufall so will auch rothaarig. Who can the can [Achtung: Enflisch, zu Deutsch: Ich weiß, wie der Hase läuft]. Vicky, eine lebhafte und liebenswerte Labertasche aus Deutschland.

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Schwedisches Redhead, genannt, Vicky und ich. Man achte auf die Füße.

Übrigens ist der ungarische Redhead inzwischen ein dänischer Redhead und lebt nur 40 Minuten und eine Ländergrenze entfernt von mir. Und die Uni? Bisher scheint sie noch sympathisch, aber bisher ist auch nur Einführung – das wahre Gesicht zeigt sich wahrscheinlich erst, sobald der Ernst des Lebens beginnt und wir für unseren Kaffee bezahlen müssen.

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Begeisterung hoch hundert.

Und sonst? Bisher scheinen die Schwedinnen und Schweden (und nach sechs Tagen bin ich natürlich eine Expertin auf dem Gebiet und kann, ohne Umschweife und Überlegen, pauschalisieren) weder distanziert noch kühl, allerdings kenne ich auch nur zwei waschechte Schwedinnen. Was dir Preise betrifft, muss ich zwar zugeben, dass es hier etwas teurer ist als in Deutschland – trotzdem findet man seine Mittel und Wege, und sei es, dass man seine Familie um Essenspakete bittet. Scherz beiseite: Es ist etwas teurer, wer nun aber mit unglaublichen Unterschieden rechnet, wird enttäuscht – die Preisunterschiede sind tatsächlich glaubhaft. Der bisher, meiner Meinung nach, größte Unterschied zu Deutschland und jedem anderen Land, das ich bereist habe (was, zugegeben, nicht allzu viele sind) ist sicherlich, dass man im Supermarkt nur Bier bis 3,5% kaufen kann – für alles andere muss man einen besonderen Laden aufsuchen. Und ja, auch hier unterscheiden sich die Preise von Deutschland – aber nicht ganz so dramatisch wie das die Vorurteile vermuten lassen.

So. Und jetzt habe ich keine Lust mehr zu schreiben. Die Sonne scheint. Ich melde mich wieder, keine Frage – aber mit dem Paul (okay, in diesem Fall Sina) ist Schluss für heut’!

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