Juli Teil 3 oder:

Just a small town girl, living in a lonely world. (Journey)

Liebes Publikum, liebe Follower (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Folgerinnen und Folger), liebe Fans,

ich weiß, seit meiner letzten (und, zugegeben, auch vorletzten) großen Ankündigung mich von nun an wöchentlich mindestens ein Mal zu melden, sind schon wieder acht Tage vergangen – die Zeit fliegt aber auch einfach, wenn man den Tag im Bett verbringt. Mit einem Netflix-Account. Zwischen Langeweile und Faulheit. Die Motivation hat sich in den Sommerurlaub verabschiedet.

Da mein liebevoller Brasil Boy mich darauf hingewiesen hat, liebevoll und charmant wie er eben ist, dass meine Einträge zu lang, zu detailliert und, dementsprechend, zu langweilig sind, habe ich entschieden und geplant, mich neuerdings kürzer zu fassen. Dass das schon mit den einführenden Worten wieder einmal wunderbar funktioniert, zeigt, wie sehr ich mich darauf freue diesen Vorsatz auch in die Tat umzusetzen

Was also ist in den acht Tagen, geprägt von Netflix und Nudeln, Muskelkater und Bepanthen passiert? Beginnen wir von vorne, lassen keine Minute aus und durch die Verwendung zahlreicher Adjektive und der Beschreibung der nötigen sowie unnötigen Details, habt ihr direkt das Gefühl, alles hautnah mitzuerleben.

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Guten Morgen, ihr Banausen.

Es war einmal an einem Dienstag vergangene Woche – Scherz beiseite, Märchen bekommt ihr täglich schon genug erzählt – back to the topic (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Zurück zum Thema): Letzten Dienstag. Tatsächlich muss ich mit Dienstag beginnen, um den weiteren Verlauf der Woche möglichst detailgetreu wiederzugeben und darauf aufbauende Ereignisse (also Mittwoch) (und Donnerstag) ohne weitere recaps (Achtung: Englisch, zu Deutsch: Rückblicke) über die Bühne zu bringen. Die Bühne, die sich mein Leben nennt.

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Bevor es losgeht: So seh ich heute aus. Und am unteren, linken Bildrand seht ihr eine Zahnbürste. Es ist nicht meine.
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Heute entdeckt: Auch Brasilien findet Nazis scheiße – und ich frage mich: Wer nicht?

Also: Dienstag. Nachdem der BB (Achtung: Abkürzung für Brasil Boy = brasilianischer Junge) den ganzen Tag im Labor geschuftet hat wie ein Hamster in seinem Hamsterrad, hatte er am Abend doch tatsächlich die wahnwitzige, beinahe irrsinnige, Idee, sich und mich in ein Fitnessstudio zu schleifen. Insgesamt sicherlich ein ritterlicher Vorsatz, wenn mir nicht tatsächlich schon der Weg von Haustür zur Wohnungstür zu weit wäre. Und dieser Weg beinhaltet lediglich 5 Treppenstufen, 10 Meter und einen Aufzug. Trotzdem habe ich mich seines Wunsches erbarmt (in der Tat hatte ich einen sportlichen Moment, der sich jedoch schon nach der Fahrt in eben jenem Fahrstuhl verflüchtigt hat) und ihn zum Sport begleitet. Um es sofort zu bereuen: Die mir zugewiesene Trainerin, die nur Portugiesisch spricht, extrem fit ist und mir alle Übungen einmal vorgemacht, von mir aber 15 – 50 Wiederholungen verlangt hat, ist hauptverantwortlich dafür, dass ich meine Beine an den folgenden Werktagen (und am Wochenende) nur bedingt heben konnte. Was mir insgeheim nicht allzu viel ausgemacht hat – nicht jeder Marathon muss auf den Beinen stattfinden – meinem Netflix-Marathon stand also nichts mehr im Weg. Und obwohl es meinen Beinen besser geht (schon seit dem Wochenende, aber Pssst!), hat mich der Sportsgeist nicht verlassen.

Kommen wir nun also zu Mittwoch – noch einmal tief durchatmen, eine geballte Dröhnung Details erwartet euch, danach fasse ich mich kürzer als kurz bis nichtexistent, versprochen.

Um meinem vom Sportsgeist erfassten BB nicht das Herz zu brechen (und mir nebenbei einen [oder zwei oder drei, wie mans nimmt] lang gehegten und mehr oder minder geplanten Wunsch zu erfüllen), sind wir an eben jenem Mittwoch, trotz Muskelkater, in ein Tattoostudio gewandert – mit frischer Farbe am Körper ist es nämlich leider, leider nicht gestattet Sport zu machen – quasi zwei (oder drei oder vier) Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Tatsächlich wollte ich mir schon während meines letzten Aufenthaltes (Genitiv korrekt verwendet – check) in Brasilien eine längerfristige Dekoration zulegen, geklappt hat es tatsächlich erst letzte Woche. Ähnlich wie in Berlin, relativ spontan, sowohl was das Motiv (oder zwei oder drei) angeht als auch das eigentliche Tätowieren. Ideen hatte ich dieses Mal tatsächlich mehr als genug, nur an der Körperteilauswahl hakte es – warum müssen wir auch so viele mögliche Körperstellen haben? Noch dazu mit meinen Ausmaßen – quasi doppelte Flächenauswahl. Nachdem der BB mich zur Eile gedrängt hatte (mit dem Beispiel, dass ich jedes Mal die Geduld verliere, weil er sich in einem Restaurant nicht für ein Essen, geschweige denn Getränk entscheiden kann – ein gelungenes Beispiel, die darauffolgende Diskussion erspare ich euch), ging alles andere vergleichsweise schnell. Motiv, Stechen, Foto, fertig. Entweder habe ich die Schmerzen und Technik aus Deutschland nur halb wahrgenommen (oder verdrängt), jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass es damals so weh getan hat: Mit einer genaueren Beschreibung des Vorgangs würde ich mich, glaube ich, nur lächerlich machen, weswegen ich mir und euch das erspare. Trotz des Schmerzes konnte ich nach dem ersten Tattoo (ach genau. Ich habe mir direkt drei Tattoos machen lassen – Sparfuchs in mir: Drei auf einmal war tatsächlich günstiger als drei separat) nicht aufgeben – das Mädchen neben mir hat sich den ganzen Oberschenkel zukleistern lassen ohne ihre Miene zu verziehen, da musste ich quasi mithalten. Mit meinen – immerhin – drei Tattoos. Die insgesamt nur ein Viertel ihres Tattoos sind. Und auch der BB bekam meinen Schmerz zu spüren, genauer gesagt wurde seine Hand, während des Versuchs mich zu beruhigen, in Mitleidenschaft gezogen. Von meiner Hand. Da mag noch einmal jemand sagen, dass Frauen keine Kraft haben. Kommen wir zu einem Abschluss: Seit letztem Mittwoch ist mein Körper um drei Tattoos und ich um eine Entschuldigung für den Sport reicher.

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Semikolon. Tat weh.
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Anker. Tat sehr weh. Boot. Kaum auszuhalten.

Noch ein kurzes Nachwort: Die Auswahl der ausgewählten Motive (Achtung: Wortwiederholung beabsichtigt) war auf freiwilliger Basis und sagen weder etwas über meinen mentalen Status noch über meine berufliche Zukunft aus. Wähle ich also ein Motiv, wie beispielsweise ein Semikolon (vielen vielleicht auch als Strichpunkt ein Begriff), das auch als Symbol auf mentale Probleme aufmerksam machen soll, bedeutet das nicht, dass ich selbst mentale Probleme habe – sondern erst einmal lediglich, dass ich es gut finde darauf aufmerksam zu machen. Weil es häufig nicht Ernst genommen oder als zweitrangig und unnötig abgetan wird. Und es deshalb wichtig ist. Außerdem bedeutet das Semikolon auch, dass man einen Satz nicht beendet hat – sondern weiterschreibt. Greift man jetzt in die philosophische Trickkiste, könnte der Satz ja eventuell, mit viel Fantasie, vielleicht auch mit Leben gleichgesetzt werden, das Semikolon könnte also als ein Zeichen zum Weitermachen oder Hoffnung gehalten werden. Vielleicht. Ähnlich ist es auch mit dem Boot. Und dem Anker. Nein, ich strebe keine Karriere auf See an und habe keine Schwäche für Matrosen.

Acai, ich habe dich vermisst.
Acai, ich habe dich vermisst.

Und sonst? Ist eigentlich nicht viel passiert. Der Minions-Film auf Portugiesisch, Caipirinha trinken, Wein&Käse-Abend-ohne-Käse-dafür-mit-Wein mit Andrés Freunden, was das Leben eben reicher macht.

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Auf der Suche nach einer Eisdiele dieses Schmuckstück passiert.
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Eisdiele zu.
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Cupcakes gefunden.

So viel von mir. Dieses Wochenende verreisen wir – das heißt, wir machen zuerst eine Busfahrt, um dann eine Autofahrt zu unserem eigentlichen Reiseziel zu machen. Ich habe den Namen der Stadt (wieder einmal) vergessen, aber es soll wohl ein recht romantisches Fleckchen Land sein – wer aber einen romantischen Kurztrip der Turteltäubchen erwartet, soll sofort jeglicher Hoffnung beraubt werden: Wir werden die Budapest-Freunde des BBs treffen, es wird also mehr ein Saufgelage als ein Liebesabenteuer. Trotzdem werdet ihr natürlich mit brandheißen Informationen gefüttert!

Bis dahin und noch viel weiter. Vor und zurück, im Sauseschritt.

PS: Und ja. Ich höre heute diesen Journey-Song rauf und runter. Und wieder rauf. Und wieder runter.

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